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Thema: Wird das "ganze" Haus versteigert ?

  1. #1
    Lisl Gast

    Standard Wird das "ganze" Haus versteigert ?

    Kann das gemeinschaftliche Eigentum in der Verbraucherinsolvenz von mir und
    meinem Mann versteigert werden ? Oder nur meine Hälfte, wo doch nur ich
    Privatinsolvenz angemeldet habe ??? Wir sind Eigentümer zu je ½ und auch die
    Finanzierung läuft auf uns Beide.
    Wurde bestimmt schon oft gefragt, oder ?
    Aber trotzdem wäre eine Antwort wirklich hilfreich (od. vielleicht Hinweis auf einen Thread).

    Mit freundlichen Grüßen
    Lise H.

  2. #2
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    Standard Kein Experte....nur meine privaten Überlegungen!

    Zunächst einmal nur kalkulatorisch:

    Würde die Versteigerung Deiner Hälfte einen Überschuss für die Masse erbringen?

    Wenn nein, dann könnte man wohl an eine Übertragung Deiner Hälfte auf Deinen Ehegatten - mit Zustimmung des Treuhänders nachdenken und in der Richtung mit dem Treuhänder verhandeln.

    Wenn also das Objekt bis über den Schornstein belastet ist, wirst Du zwar durch die INSO aus der gesamtschuldnerischen Haftung entlassen, aber Dein Ehegatte haftet vermutlich weiterhin für die gesamten Objektschulden.

    Was würde sich also ändern, wenn er in Zukunft Alleineigentümer wäre?

    Für die "Hausfinanzierer" selbst wäre dann ein Ausfall in Höhe von "0"- Euro festzustellen.

    Wenn kein Überschuss für die Masse zu erwarten ist, geben erfahrene und geschickte Treuhänder das Objekt schleunigst frei!

    Problematischer wird die Sache wohl aussehen, wenn die "Versteigerung" Deiner Hälfte zu einer besseren Befriedigung Deiner Gläubiger führen könnte.

    Dann wird wohl - falls Ihr das Haus behalten wollt - nur ein "freihändiger Verkauf" - mit Zustimmung der Gläubigerversammlung in Frage kommen.

    Wohlgemerkt, kein Ratschlag - dazu kenne ich mich in dieser Materie zu wenig aus - sondern nur meine ganz private Meinung!

  3. #3
    Lisl Gast

    Standard

    Danke Bankenmafiajäger!
    Also viel würde nicht rauskommen bei einer Versteigerung. Ich denke nach Abzug der Gerichtskosten genau das, was die finanzierende Bank bekommt. Die weiteren Gläubiger würden nichts davon bekommen.

    Was heißt der Treuhänder gibt es frei ? Zur Versteigerung ?

    Bin etwas unerfahren, merkt man gleich, oder ?

    Wird dann nur die Hälfte versteigert ?

    Kann mein Mann es zurückersteigern, dass er es ganz übernimmt ? Oder geht das überhaupt nicht ?

    Oder kann meine Hälfte irgendwie meinem Mann verkaufen ?

    Fragen über Fragen ...

    MfG
    Lisl

  4. #4
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    Standard

    Hier steht eine ganz andere Frage im Raum.

    Bei der Inso nur eines Ehepartners aber einer noch erheblichen

    Grundschuld / Grundpfandrecht zu gunsten der Bank


    für ein Immobilie bei der beide Eheleute zu je 1/2 als Grundstückseigentümer eingetragen sind.

    Wichtig ist zu unterscheiden zwischen der Darlehensschuld und der Grundschuld.

    In der Insolvenz wird die Grundschuld überhaupt nicht berührt oder geregelt.

    Es wird in der Inso immer nur um die talsächlich valutierende Darlehensschuld gehen.

    Und in aller Regel wird die Versteigerung nicht vom Insolvenzverwalter sonder von der Gläubigerbank betrieben die ihr Grundpfandrecht hält.

    Es kann also immer nur um die ideelle Hälfte gehen.

    Und wenn nur diese ideelle Hälfte zur Versteigerung steht dann kann auch nur diese Hälfte versteigert werden.

    Das heißt wird der nicht überschuldete Ehepartner mit der Bank einig und ist der Zins und Tilgungsdienst gesichert geht garnichts gegen den Eigentümer dieser ideellen Hälfte.

    Weil wohl kaum jemand für eine ideelle Hälfte bietet.
    Geändert von Felsenbirne (29.05.2006 um 14:36 Uhr)

  5. #5
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    Standard Frei geben aus der Masse..

    Wenn es also zutreffen sollte, dass die Versteigerung Deiner Haushälfte kein Geld für die anderen Gläubiger bringen wird, dann gibt der Treuhänder das Objekt aus der Masse frei.

    Das Objekt geht also zurück in Dein Eigentum und Du kannst dann im Grunde damit machen, was Du willst.

    Allerdings kann die Bank noch immer versteigern (Deine Hälfte); wenn aber Dein Ehegatte die gesamtschuldnerischen Schulden alleine bezahlt, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Bank versteigert.

    Aber dazu solltest Du wirklich die Antworten der Experten abwarten.

    Ob man eine "Objekthälfte" überhaupt versteigern kann, weiß ich nicht.

    Sinnvoller wäre es auf jeden Fall, wenn - der Treuhänder damit einverstanden wäre, dass Dein Ehegatte das Objekt komnplett übernimmt.

    Unter Umständen könnte man über eine "freiwillige Zahlung" an die Masse nachdenken, so etwa in Höhe der Verwertungskosten oder so.

    Frag mich aber nicht, ob dies machbar ist oder nicht..... es ist nur so eine Idee!

    Für den Treuhänder und die anderen Gläubiger wäre die Sache schnell abgewickelt.

    Meines Wissens haben die "Profis", wie MdC und Claus Triebinger damit Erfahrung, versuche doch die beiden mal auf Dein Problem aufmerksam zu machen, die können garantiert besser helfen als ich!

    Natürlich kann Dein Mann zurückersteigern, aber dazu braucht er eine Finanzierungszusage.

    Wenn Ihr das Objekt behalten wollt, geht es meines Erachtens nur
    in Zusammenarbeit mit dem Treuhänder.

  6. #6
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    Standard

    Also ganz klar und eindeutig man kann und macht es auch regelmäßig.

    Die Ideele Hälfte versteigern.

    Bankenmafiajäger
    Stammposter


    Zum Beispiel bei Auseinandersetzungsversteigerungen wenn Eheleute anders nicht auseinanderkommen können.

    Oder bei Erbengemeinschaften die sich nicht einigen können aber einer um jeden Preis aus der Ebengemeinschaft raus will.


    Die Aussage das Objekt geht zurück in Dein Eigentum ist Unsinn.

    Es war und bleibt immer das Eigentum solange wie der Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist.

    Nur das Verfügungsrecht kann durch die Inso eingeschränkt werden,
    das Eigentum bleibt aber immer Eigentum dessen der im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist, egal wer was zu bekommen hat.

    Zu der Frage ob die Bank versteigert gibt es keine absolute Aussage.

    Weil da ganz bestimmte Voraussetzungen gegeben sein müssen.

    Keine Bank betreibt leichtfertig eine ZV sofern erkennbar ist, dass sie von einem der Eigentümer ausreichende Sicherheiten hat und von der Tilgung ausgehen kann.

    Und der IV oder Treuhänder kann auch wirklich nicht viel weiter kommen sofern die Grundpfandrechte all seine Bemühungen in Frage stellen.

    Denn auch für ihn gilt nicht die tasächliche valutierende Schuld sondern das im Grundbuch eingetragene Pfandrecht liegt vor all seinen Überlegungen.

    Und von daher wird fast immer die Immobilie freigegeben.

    Es mag wenige Fälle geben die anders gelaufen sind,

    aber in der Regel geht da garnichts für den IV.


    Der Rat mit dem Ersteigern durch den Ehepartner ist sicher nicht gut denn dann wird ja auch Grunderwerbsteuer und und fällig.

    Da wäre dann schon eine einvernehmliche Regelung mit dem IV besser.

    Auch eine Übertragung unter Ehepartner ist Grundsteuerfrei und von daher die preiswertere Lösung.

    Oder eine Zahlung der Differenz des Wertes aus ideelen Hälfte nach Abzug der Schulden der auf den Anteil entfällt.

    Wenn die Bank als Grundpfandrechtsgläubiger und Dein Mann sich einig ist hat der Treuhänder keine Chancen er kann zwar alles mögliche Versuchen kommt aber gegen den Eigentümer der 1/2 Hälfte und die Bank nie zum Zuge.

    Weil Grundpfandrechte abstrakte Rechte sind und nichts rein garnichts mit den persönlichen Schulden ( Darlehensschulden) zu tun haben.

    Unter Banken sagt man auch eine Grundschuld ist eine Schuld ohne Grund.
    Geändert von Felsenbirne (29.05.2006 um 15:59 Uhr)

  7. #7
    Lisl Gast

    Standard

    Aha...

    Danke ! Das muss ich mir mal gaaanz langsam durchlesen :-)

    Aber was ist, wenn ein Gläubiger sich auch ins Grundbuch eintragen lässt ? So eine Zwanssicherungs...(?) ? Kann dieser dann auch die ZV beantragen ?

    Vielen Dank nochmal !
    Lisl

  8. #8
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    Standard Können. ja.... aber macht das Sinn?....

    Je weiter hinten einer im Grundbuch steht, desto weiter hinten steht er auch in der Schlange, wennn es um`s Geldverteilen geht. Da geht es immer schön der Reihe nach, erst der erste, dann der zweite usw. bis nichts mehr zu verteilen ist!

  9. #9
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    Standard

    Im Grunde genommen wurde schon viel dazu gesagt.
    Die Bank oder der IV können beide versteigern (außer der Treuhänder in der Verbraucherinso, da gibt es noch mal andere Konstellationen) - und das auf unterschiedliche Art und in unterschiedlicher Konstellation, meist zunächst als Teilungsversteigerung.

    Das größte Problem ist oft, dass die Bank das Darlehen für BEIDE kündigt, da eine Sicherheit wegfällt. Natürlich kann man an Einigung denken, der Verhandlungsspielraum ist dann abhängig vom Einkommen des Partners, dem Wert des Objekts, der Höhe der Grundschulden.

    Also,
    zuerst überlegen, ob es sich lohnt das Objekt zu halten, dann kann man weitersehen welche praktischen Möglichkeiten es gibt.

    gruss
    mdc

  10. #10
    Lisl Gast

    Standard

    ...also wenn die finanzierende Bank "mitspielt" kann man so Einiges regeln. Aber was ist denn nun, wenn sich noch weitere Gläubiger in Abteilung III des Grundbuchs eingetragen sind. Können die dann die ZV beantragen ? Ich glaube nämlich, dass der eine oder andere Gläubiger das machen würde, weil man immer denkt, wenn ein Haus da ist, dann ist auch viel zu holen ?!?

    Entschuldigung meine Unsicherheit, aber für mich ist das alles Neuland und ich denke Sie (darunter viele Profies) könnt mir helfen.

    MfG
    Lisl

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