Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 12

Thema: Nachlassinsolvenz

  1. #1
    Registriert seit
    29.05.2008
    Beiträge
    96

    Standard Nachlassinsolvenz

    Guten Tag,

    eine Klientin hat ein Erbe amgenommen, welches ihr nur ein finanziertes Auto von ihrem verstorbenen Eheman eingebracht hat. Sie hat das Erbe wohl aus falschverstandenem Pflichtgefühl angenommen. Damit hat sie letztendlich ca. 4.000,- € Schulden geerbt.
    Frage: Kann man eine Nachlassinso auch beantragen, nachdem man das Erbe angenommen hat? Hat damit jemand schon mal Erfahrungen gemacht?

  2. #2
    Registriert seit
    01.01.1970
    Ort
    Hangover
    Beiträge
    766

    Standard

    Yes, we can...
    Ich habe es vor Jahren mal für eine frisch verwitwete Ratsuchende und deren vier Kinder durchgezogen. Es ist aber ein ziemlich aufwendiges Verfahren, dass viele formale Fallstricke hat. Von daher würde ich es heute s o f o r t über einen Rechtsanwalt laufen lassen.

  3. #3
    Registriert seit
    29.05.2008
    Beiträge
    96

    Standard

    Danke!

    Meine Klientin hat nur 1 Gläubiger und ihre finanzielle Situation ist unkompliziert. Würdest Du trotzdem gleich zu einem Anwalt raten oder sollte ich es mit Ihr mal so probieren?

  4. #4
    Registriert seit
    29.05.2008
    Beiträge
    96

    Standard

    Und noch eine weitere Frage, bei dieser Nachlassinsolvens werden ca. 500,- € Gerichtskosten anfallen. Behandle ich die wie beim Verbraucherinsolvenzverfahren?

  5. #5
    Registriert seit
    01.01.1970
    Ort
    Hangover
    Beiträge
    766

    Standard

    Die Kosten der Nachlassinsolvenz müssten -Bedürftigkeit der Erben vorausgesetzt- eigentlich über PKH abzudecken sein. Ich schreibe im Plural, weil es möglicherweise ja noch Miterben gibt.

    Ich würde zum Gang zu einem RA raten. Das muss auch relativ schnell erfolgen, weil deine Klientin für den Antrag nur eine relativ kurze Frist hat nach Kenntniserlangung eines überschuldeten Erbes.
    Sie muss aber wissen, dass sie alles angeben muss, was ihr durch den Tod des Ehemannes zugefallen ist. Jede Tasse im Schrank wird zu zählen sein.
    Und dieser Gegenwert wird gegengerechnet!
    Möglichweise ist es einfacher, wenn sie mit der Bank auf einen Vergleich zusteuert mit der Verhandlungsoption "Nachlassinsolvenz".

    Was meinst Du mit dem Hinweis auf das Verbraucherinsolvenzverfahren?
    Geändert von Klaus (05.06.2008 um 13:21 Uhr)

  6. #6
    Registriert seit
    29.05.2008
    Beiträge
    96

    Standard

    Danke nochmals.

    Ich denke auch, dass ich versuchen werde, die Klientin zuerst mit ihrem Gläubiger zu Vergleichen.

    Mit den Kosten beim Verbraucherinsolvenzverfahren meinte ich, ob diese auch erst mal Gestundet werden können und später ganz abgeschrieben werden, wenn nichts zu holen ist.

    Aber ich denke das mit dem Vergleich klappt schon.

  7. #7
    Registriert seit
    01.01.1970
    Beiträge
    504

    Standard

    mmh, also meine Informationen zu diesem Thema lauten wie folgt:

    - Eine Frist zur Beantragung der Nachlassinso gibt es nicht, der Erbe haftet jedoch für eventuellen Schadenersatz, wenn sich Wert des Nachlasses seit Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit verringert.

    - Sinn und Zweck der Nachlassinso ist meist weniger die Eröffnung des Verfahrens und die Verteilung des vorhandenen Nachlasses auf alle Gläubiger als vielmehr die beabsichtigte Ablehnung der Eröffnung "mangels Masse".

    - Mit dem besagten Ablehnungsbeschluss hat der Erbe dann den notwendigen Nachweis, um die "Dürftigkeit" des Nachlasses zu beweisen.

    - Seine Haftung begrenzen kann der Erbe, wenn er sodann die Dürftigkeitseinrede des § 1990 BGB erhebt (insbesondere, falls Klage durch Gläubiger gegen Erbe persönlich erhoben wird).

    - Problem: der eigentliche Nachlass muss dann dem Gläubiger im Wege der Zwangsvollstreckung herausgegeben werden.

    Alles in allem natürlich ein recht komplexes Thema, zu dem unbedingt ein Fachmann herangezogen werden sollte.

    PKH oder Kostenstundung dürften nicht möglich - und auch nicht sinnvoll sein.

    Gruß,

    Dirk

  8. #8
    Registriert seit
    29.05.2008
    Beiträge
    96

    Standard

    Danke Dirk

  9. #9
    Registriert seit
    01.01.1970
    Ort
    Hangover
    Beiträge
    766

  10. #10
    Registriert seit
    01.01.1970
    Ort
    Lübeck und Hamburg
    Beiträge
    888

    Standard

    hallo,

    das ist differenzierter. Wann erfolgte denn die Annahme der Erbschaft und wann hatte die Mandantin Kenntnis von der Überschuldung? Ggf. laufen ja noch Ausschlagungsfristen oder aber die Annahme kann angefochten werden.

    Ansonsten geht die h.M. wohl davon aus, dass im Falle der Nachlassinso gerade keine PKH bewilligt wird. Warum auch? Für die weiteren Einreden, egal ob Unzulänglichkeits- oder Dürftigkeitseinrede braucht es keinen Beschluss vom InsO-Gericht, dass das Verfahren mangels Masse nicht eröffnet wird.
    Und Masse ist hier ja augenscheinlich nicht vorhanden, ein Insolvenzverfahren würde ohnehin nicht eröffnet werden.

    Wenn ich es schaffe, dann schreibe ich Anfang nächster Woche noch mal was dazu.

    mdc

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •