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Thema: Freibetrag für P-Konto erhöhen

  1. #1
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    Standard Freibetrag für P-Konto erhöhen

    Hallo !!

    Zu unserer Situation, wir sind ein Ehepaar, verheiratet und ohne Kinder.
    Wir sind beide berufstätig, wobei ich als Ehemann derzeit aufgrund meiner Erkrankung Krankengeld beziehe und in nächster Zukunft Teilerwerbsunfähigkeitsrente bentragen werde.
    Aufgrund unserer Schulden werden wir beide in die Privatinso gehen.
    Derzeit läuft das Vorverfahren (aussergerichtliche Einigung) mit unserer Schuldnerberatung.
    Wir haben beide jeweils ein P-Konto eröffnet.
    Da ich mehr Krankengeld beziehe als der Grundfreibetrag von 985,15 Euro vorsieht, habe ich mir von meiner Krankenkasse die Freibetragserhöhung eintragen lassen. (da schon eine Lohnpfändung läuft, hat diese genau den Betrag eingesetzt der mir nach der Pfändungstabelle zusteht)
    Wie verhält sich nun die Freibetragserhöhung für meine Ehefrau , da in Kürze mit Lohn/Kontopfändung zu rechnen ist ?
    Sie verdient zur Zeit 1560 Euro netto ungepfändet.
    Der Arbeitgeber, lehnt es ab diese Bescheinigung auszufüllen mit der Begründung das sie bei einer caritativen Einrichtung (AVR) beschäftigt ist.
    Wer kann nun diese Bescheinigung rechtsgültig ausfüllen und wie hoch wäre der Freibetrag auf dem P-Konto ?

    Vielen Dank für Eure Antworten im Voraus und einen schönen sonnigen Sonntag noch.

  2. #2
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    Zitat Zitat von Timmy67 Beitrag anzeigen
    ...
    Der Arbeitgeber, lehnt es ab diese Bescheinigung auszufüllen mit der Begründung das sie bei einer caritativen Einrichtung (AVR) beschäftigt ist.
    ...
    Eine wirklich selten dumme Begründung - andererseits ... vielleicht auch einfach "ehrlich"?
    Nach dem Motto: Mitarbeiter sollten von einem caritativen Arbeitgeber kein caritatives Verhalten erwarten!

    Vielleicht hilft Dir dies hier:
    http://www.f-sb.de/service_ratgeber/pkonto/pkonto.htm

  3. #3
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    Hi,
    Zitat Zitat von Timmy67 Beitrag anzeigen
    Wir haben beide jeweils ein P-Konto eröffnet.
    Da ich mehr Krankengeld beziehe als der Grundfreibetrag von 985,15 Euro vorsieht, habe ich mir von meiner Krankenkasse die Freibetragserhöhung eintragen lassen. (da schon eine Lohnpfändung läuft, hat diese genau den Betrag eingesetzt der mir nach der Pfändungstabelle zusteht)
    offenbar kennen die sich mit dem P-Konto noch gar nicht aus. Zu bescheinigen wären (maximal) aufgrund einer Unterhaltsverpflichtung 1355,91 €.

    Zitat Zitat von Timmy67 Beitrag anzeigen
    Wie verhält sich nun die Freibetragserhöhung für meine Ehefrau , da in Kürze mit Lohn/Kontopfändung zu rechnen ist ?
    Sie verdient zur Zeit 1560 Euro netto ungepfändet.
    sofern es sich auch um das Pfändungsnetto handelt, wären nach herkömmlichem Pfändungsschutz vorerst (d.h. bei Berücksichtigung einer Unterhaltspflicht) 1457,95 € unpfändbar; beim P-Konto gut 100 € weniger.
    Sobald jedoch die Berücksichtigung des Ehegatten wegen eigenem Einkommen wegfällt - spätestens mit Eröffnung der Insolvenz - wären nach Tabelle 402,40 € pfändbar (bzw. über das P-Konto 614,85 € ungeschützt).

    Gruß
    Ingo

  4. #4
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    Heißt das, Ingo, dass es tatsächlich (recht erhebliche) Unterschiede in der Höhe des pfändbaren Betrages geben kann, je nach Einkommensart und je nach Kontoart: P-Konto oder nicht?

    Also "lohnt" sich das P-Konto z.Zt. eigentlich nur für Selbständige ohne Unterhaltsberechtigte und mit nur geringen Einkünften (bis 985,00 Euro)?

    Wer ein höheres Einkommen hat (oder Unterhaltsberechtigte), der sollte genau rechnen, ob sich das P-Konto lohnt?

    Allen Soziallestungsempfängern kann man z.Zt. doch nur sagen:
    P-Konto ist Quatsch, hol Dein Geld in den ersten sieben Tagen einfach ab!
    Oder?

    Du scheinst ja Ahnung vom P-Konto zu haben?

  5. #5
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    Hi,
    Zitat Zitat von kalle Beitrag anzeigen
    Heißt das, Ingo, dass es tatsächlich (recht erhebliche) Unterschiede in der Höhe des pfändbaren Betrages geben kann, je nach Einkommensart und je nach Kontoart: P-Konto oder nicht?
    jein - da ja theoretisch auch beim P-Konto ein abweichender Grundfreibetrag festgesetzt werden kann.

    Zitat Zitat von kalle Beitrag anzeigen
    Also "lohnt" sich das P-Konto z.Zt. eigentlich nur für Selbständige ohne Unterhaltsberechtigte und mit nur geringen Einkünften (bis 985,00 Euro)?
    mMn ja. Einziger Vorteil des P-Kontos ist halt der Schutz des Grundfreibetrages ohne hierfür Vollstreckungsschutz beantragen zu müssen. Gerade bei vielen zu erwartenden Pfändungen mag diese Erleichterung die Nachteile ggü. der Pfändungstabelle vielleicht ausgleichen.

    Zitat Zitat von kalle Beitrag anzeigen
    Allen Soziallestungsempfängern kann man z.Zt. doch nur sagen:
    P-Konto ist Quatsch, hol Dein Geld in den ersten sieben Tagen einfach ab!
    Oder?
    Wann wird sich endlich herumgesprochen haben, dass sich mit der Reform des Kontopfändungsrechts auch die Fristen von 7 auf 14 Tage bzw. von zwei Wochen auf vier Wochen verdoppelt haben?

    Gruß
    Ingo

  6. #6
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    Erst einmal recht herzlichen Dank für Eure Antworten.
    Leider blicke ich da noch nicht ganz durch.
    Sehe ich das richtig, das für mich und meine Frau jeweils 1355,91 Euro
    (985,15€ + 370,76€) als Freibetrag für das P-Konto eingetragen werden dürfen ?

    Ingo wie kommst Du auf den Betrag von 614,85€ ?

    Wer kann, ausser des Arbeitgebers diese Bescheinigung ausfüllen ?

    Nochmals vielen Dank.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Ingo Beitrag anzeigen
    ...
    Wann wird sich endlich herumgesprochen haben, dass sich mit der Reform des Kontopfändungsrechts auch die Fristen von 7 auf 14 Tage bzw. von zwei Wochen auf vier Wochen verdoppelt haben?

    Gruß
    Ingo
    War auch bei mir noch nicht angekommen!

    Dann auch dafür ein dickes DANKE!!

    Werd ich gleich mal im SGB nachlesen
    (macht man ... tztzt: "frau" ... ja nicht täglich)

  8. #8
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    Bei einer Insolvenz wird der TH bei dir und deiner Frau jeweils einen Antrag bei 'Gericht stellen,das keiner von euch den anderen zu Unterhalt verpflichtet ist,da jeder genügend Einkommen hat.Bei euren Gehalt wird das für den TH auch kein Problem werden,das bei Gericht durch zu bekommen.Also hat dann jeder nur das Pfändungsfrei von ca. 980 Euro.
    So kommt Ingo auf die 614 Euro bei dir.
    Gehasst
    Verdammt
    Vergöttert

  9. #9
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    Tatsächlich!

    http://dejure.org/gesetze/SGB_I/55.html

    Fassung aufgrund des Gesetzes zur Reform des Kontopfändungsschutzes vom 07.07.2009 (PDF-Format BGBl. I S. 1707) m.W.v. 01.07.2010.

    Das erstaunt mich immer wieder:
    Dieses Gesetz wurde vor einem Jahr beschlossen - und erst jetzt stellt sich heraus, wie schlampig der Gesetzgeber (auch) hier gearbeitet hat?

    Wofür bekommen unsere Politiker eigentlich ihre (recht fetten!) Bezüge???

  10. #10
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    Zitat Zitat von joshua64 Beitrag anzeigen
    Bei einer Insolvenz wird der TH bei dir und deiner Frau jeweils einen Antrag bei 'Gericht stellen,das keiner von euch den anderen zu Unterhalt verpflichtet ist,da jeder genügend Einkommen hat.Bei euren Gehalt wird das für den TH auch kein Problem werden,das bei Gericht durch zu bekommen.Also hat dann jeder nur das Pfändungsfrei von ca. 980 Euro.
    So kommt Ingo auf die 614 Euro bei dir.
    Also haben wir dann bei laufender Inso nur jeweils 985,15 € zur Verfügung ?
    Das würde dann ja nicht der Pfändungstabelle entsprechen ?

    Sorry für die vielen Fragen , aber wir sind da im Moment ein wenig hilflos...

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