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Thema: Außergerichtlicher Vergleich versus Insolvenzverfahren? Ich brauche Hilfe

  1. #1
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    Frage Außergerichtlicher Vergleich versus Insolvenzverfahren? Ich brauche Hilfe

    Liebe Forumsteilnehmer,

    folgende Tatsachen sind im Angebot:

    - mein Anwalt hat einen außergerichtlichen Einigungsversuch gestartet

    - ein Gläubiger, gegen den wir die Einrede der Verjährung gemacht haben (Bank, 50000,
    Kredit von 1990 und 91 meiner Eltern, ich hab unterschrieben mit 19) meldet sich nicht mehr (letzter Kontakt war im Mai 2013)

    - alle anderen Gläubiger (ca. 14 Stück), darunter Perlen wie Finanzamt und gesetzliche Krankenkasse, haben dem Vergleich nun zugestimmt

    Nun würde ich gerne von Euch wissen, ob ich den Vergleich riskieren kann.

    Wenn ich es richtig verstehe, dann ist man doch nach durchlaufener Inso durch mit dem Thema Schulden, oder? Da kann doch nicht danach noch jemand kommen und sagen "hej, Du hast mich vergessen, ich will jetzt mein Geld"?

    Aber der außergerichtliche Vergleich liegt anders, oder? Da kann doch während der Abzahlphase jederzeit einer pfänden oder in meinem Falle könnte die Bank noch auf die Idee kommen, der Einrede der Verjährung nun doch nicht stattzugeben? Und ich müßte dann doch noch in die Inso?

    Ich bin so durcheinander gerade, es passiert endlich etwas.
    Mein neuer Job macht mir Spaß. Ich verdiene Geld, fühle etwas Sicherheit nach all den Jahren freiberuflichen Herumgezappels.

    Wo liegen die Vorteile beim Vergleich, wo beim Insolvenzverfahren?

    Wo sie für mich im (monatlich) finanziellen Bereich liegen, weiß ich, das wäre kurzfristig für mich die angenehmere Lösung, weil ich dann nicht auf 1045 runtergepfändet würde, sondern 350 abzahlen könnte und trotzdem noch 1200 über wären,
    aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich etwas übersehen habe.

    Über Antworten von Euch würde ich mich wie immer sehr sehr freuen. Helft mir bitte, Licht ins Dunkel zu machen.

    Liebe Grüße

    Miez

  2. #2
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    Lächeln

    Hallo Miss Miez!

    Zitat Zitat von Miss Miez Beitrag anzeigen
    Wenn ich es richtig verstehe, dann ist man doch nach durchlaufener Inso durch mit dem Thema Schulden, oder? Da kann doch nicht danach noch jemand kommen und sagen "hej, Du hast mich vergessen, ich will jetzt mein Geld"?
    Sofern alles beachtet wurde, was beachtet werden sollte und sofern die Restschuldbefreiung erteilt wurde, sind alle Schulden erledigt.

    Zitat Zitat von Miss Miez Beitrag anzeigen
    Aber der außergerichtliche Vergleich liegt anders, oder? Da kann doch während der Abzahlphase jederzeit einer pfänden oder in meinem Falle könnte die Bank noch auf die Idee kommen, der Einrede der Verjährung nun doch nicht stattzugeben? Und ich müßte dann doch noch in die Inso?
    Bei aussergerichtlichen Ratenzahlungsvereinbarungen kann es zu allerlei schwerwiegenden Komplikationen kommen, die dazu fuehren koennten, dass leider doch Insolvenz zur vollstaendigen Entschuldung erforderlich ist. Hinsichtlich erwaehnter Bankforderung waere Einzelfallpruefung erforderlich, um einschaetzen zu koennen, was schlimmstenfalls passieren kann. Fuer vermeintlich verwirkte/verjaehrte Forderungen werden momentan mehr Vollstreckungsversuche unternommen, teils mit Erfolg, teils ohne Erfolg.

    Zitat Zitat von Miss Miez Beitrag anzeigen
    Wo liegen die Vorteile beim Vergleich, wo beim Insolvenzverfahren?
    Insolvenz im Regelfall kalkulierbarer.
    Aussergerichtliche Entschuldung moeglicherweise frueher saubere Schufa und Auskunfteiauskuenfte.

    Zitat Zitat von Miss Miez Beitrag anzeigen
    weil ich dann nicht auf 1045 runtergepfändet würde
    Es gilt die Lohnpfaendungstabelle. Bei beispielsweise 1.400 Netto waeren bei 0 Unterhaltspflichten ca 1.150 Euro unpfaendbar.

    http://www.forum-schuldnerberatung.d...gsrechner.html
    Sincerely yours

    debtor


    Kenne Deinen Feind und kenne Dich selbst, und in hundert Schlachten wirst Du nie in Gefahr geraten. Kennst Du Deinen Feind nicht, aber Dich dafuer um so besser, sind die Aussichten auf Sieg oder Niederlage ungefaehr gleich. Bist Du ueber Deinen Feind und ueber Dich selbst im Unklaren, wirst Du sicher in jeder Schlacht in Gefahr sein. - Sun Wu

  3. #3
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    Lieber Debtor,

    vielen Dank für Deine Antwort.
    Ich möchte einfach nur Sicherheit, dass es endlich vorbei sein kann. Es schreiben hier so viele
    über ihre Gefühle beim Gang zum Briefkasten und über den Druck, genau das kenne ich auch und will es nicht mehr.
    Eigentlich ist es mir schon am wichtigsten, dass irgendwann in absehbarer Zeit Ruhe in mein Leben kommt.
    Und ich kann nicht glauben, dass ich diese Ruhe mit einem Vergleich bekomme, der jederzeit wieder in die Luft gehen könnte.
    Meine Schufa ist mir latte, ganz ehrlich, die sieht seit 20 Jahren dunkelschwarz aus.
    Wichtig ist mir, dass es kalkulierbar wird, was ich da anleiere. Ich zahle sicher soviel ich kann, dafür möchte
    ich danach für immer in Ruhe gelassen werden.

    Ich habe noch eine Frage:
    Mal angenommen, meine Schuldensumme (ohne die Bank) pendelt sich bei einem Betrag ein, der innerhalb von 3 Jahren mit dem monatlich
    pfändbaren Betrag komplett abgezahlt sein würde (das ist der Grund, warum ich überhaupt über einen Vergleich nachgedacht habe),
    eine Inso dauert aber 6 Jahre, wäre dann nicht eigentlich meine Inso schon nach 3 Jahren vorbei? Gibt es sowas?

    Liebe Grüße
    Miez

  4. #4
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    Wenn du alle angemeldeten Schulden in der Inso bezahlt hast,inclusive der Gerichts und TH Kosten kannst du einen Antrag auf vorzeitige RSB stellen. Danach bist du alle deine Schulden los. Wenn du Glück hast,melden viele Gläubiger bis zum Schlusstermin ihre Summen nicht an.
    Gruss

    joshua

    RSB am 15.01.2013 erteilt

    Gehasst
    Verdammt
    Vergöttert

  5. #5
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    Aus den dargestellten Tatsachen erscheint mir ein gerichtlicher Schuldenbereinigungsplan mit 15 Gläubiger sachgerecht zu sein - besser ist mE ein Insolvenzverfahren, weil in dem Verfahren der Verwalter/Treuhänder die Bankforderung erfolgreich bestreiten kann und dann auch nach weniger als 6 Jahren RSB "winkt".

    was empfiehlt denn der beratende Rechtsanwalt

  6. #6
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    Danke Joshua und Imker!

    Ausgerechnet habe ich, dass in einer Inso nach 3 Jahren und 2 Monaten alles inklusive abgezahlt wäre.
    Wenn die Bank nicht noch spontan zum Leben erwacht und eine Handvoll Lehrlinge in den Keller schickt und die den
    Titel gegen mich finden, den sie meiner Meinung nach nicht haben. Aber der Teufel ist ja ein Eichhörnchen und das gehört zu
    den Unsicherheiten, die mir das Leben säuern (nix gegen Tequila...aber jeden Tag...neee).

    Ich tendiere zur Inso-Lösung, mein Anwalt muss sich noch definitiv äußern, wie er das sieht. Er hat mich auf die Unwägbarkeiten eines Vergleichs schon hingewiesen. Wir treffen uns kommende
    Woche zu einem Entscheidungsgespräch. Deshalb hatte ich auch die Idee, Euch hier um Eure Meinung zu fragen. Eure Antworten helfen mir dabei, meine gedanken zu sortieren.

    Und wenn es tatsächlich möglich ist, die RSB nach 3 oder 4 Jahren zu erhalten und dann auch gründlich und unwiderruflich und für immer und nie wieder kann mir einer das Konto dichtmachen, dann spricht eigentlich für mich nichts mehr für einen Vergleich, sondern alles für eine Insolvenz.

    Liebe Grüße

    Miez

  7. #7
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    Zitat Zitat von Miss Miez Beitrag anzeigen
    Danke Joshua und Imker!

    Ausgerechnet habe ich, dass in einer Inso nach 3 Jahren und 2 Monaten alles inklusive abgezahlt wäre.
    Wenn die Bank nicht noch spontan zum Leben erwacht und eine Handvoll Lehrlinge in den Keller schickt und die den
    Titel gegen mich finden
    , den sie meiner Meinung nach nicht haben. Aber der Teufel ist ja ein Eichhörnchen und das gehört zu
    den Unsicherheiten, die mir das Leben säuern (nix gegen Tequila...aber jeden Tag...neee).

    Ich tendiere zur Inso-Lösung, mein Anwalt muss sich noch definitiv äußern, wie er das sieht. Er hat mich auf die Unwägbarkeiten eines Vergleichs schon hingewiesen. Wir treffen uns kommende
    Woche zu einem Entscheidungsgespräch. Deshalb hatte ich auch die Idee, Euch hier um Eure Meinung zu fragen. Eure Antworten helfen mir dabei, meine gedanken zu sortieren.

    Und wenn es tatsächlich möglich ist, die RSB nach 3 oder 4 Jahren zu erhalten und dann auch gründlich und unwiderruflich und für immer und nie wieder kann mir einer das Konto dichtmachen, dann spricht eigentlich für mich nichts mehr für einen Vergleich, sondern alles für eine Insolvenz.

    Liebe Grüße

    Miez

    wenn es einen Titel "mal" gab, wird der irgendwo sein - wahrscheinlich bei einem professionellen Gläubigervertreter für den Sparkassen- und Bankenbereich. Da ist dann nichts mit dreijähriger Verjährung und hoffen dass nichts gefunden wird. Wenn ein Az bekannt ist, wird halt eine Zweitschrift erstellt - dann dauert das Verfahren aber auch nicht nur drei Jahre plus ein paar Monaten.
    Sicher - Inso oder gerichtlicher Schuldenbereinigungsplan.
    Billig mit klarem Risiko - aussergerichtlicher Vergleich.

    welchem Betrag haben die 14 denn zugestimmt - dem pfändbaren EK oder weniger?

  8. #8
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    Hallo Imker,

    den Titel gibt es meiner Meinung nach nicht. Ich bin mir sicher,
    auch bei der langen Zeit (mehr als 20 Jahre), die seitdem vergangen ist.
    Aber Eide würde ich nicht darauf schwören. Die Zeit damals war schrecklich,
    als mir klar wurde, dass ich mit 19 Jahren einen irren Schuldenberg an der Backe hatte;
    ruckzuck EV abgelegt, dann noch 2 mal.
    Und danach (seit 1999) nichts mehr von denen gehört.

    Die EV habe ich aber wegen der Steuerschulden (460000 DM) meiner Eltern (ehem. Selbstständig, ich Rechtsnachfolge) abgeben müssen, das war auch nochmal einiges an Kohle.
    Die Steuerschulden sind an meinem 30. Geburtstag für verjährt erklärt worden.

    Die anderen 14 haben einem Betrag von monatlich 300 €
    zugestimmt, den sie sich teilen. Der pfändbare Betrag wäre
    ca 340 €.

    LG
    Miez

  9. #9
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    Wenn es den Titel gäbe und bisher nicht vollstreckt worden ist, sind noch 10 Jahre Risiko drin.
    Was wurde denn im Mai 2013 von der Bank "geschrieben"? wir haben einen Titel? Dann würde ich nach dem Az fragen. Wenn dann nichts kommt, kann es ohne Inso gut gehen, weil es dann später als missbräuchlich angesehen werden kann, den Titel erst dann zu präsentieren und ohne "Az" ist das "Ding" wohl wirklich verjährt. Sonst ist die Inso mit RSB das SICHERSTE, um den Anspruch auszuschliessen.

  10. #10
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    Hallo Imker,

    die Bank hat im Mai geschrieben, sie hätten noch Außenstände in Höhe von xx.xxx,xx € bei mir,
    nachdem sie 2 Tage zuvor telefonisch die Auskunft gaben, ich existiere in ihrer Buchführung garnicht.

    Als Reaktion auf das Schreiben der Bank (genaue Formulierungen habe ich nicht gelesen, Brief liegt bei meinem Anwalt) hat mein Anwalt zurückgeschrieben, dass wir das Aktenzeichen und ggf den Titel in Kopie haben wollen und hat vorsichtshalber die "Einrede der Verwirkung" gemacht und dass er den Tatbestand der Sittenwidrigkeit beim Abschluss der Kreditverträge im Falle der Nichtverwirkung geltend machen will.

    Das hat er mit meiner ausdrücklichen Zustimmung getan, denn so sehe ich es auch wirklich: diese beiden Unterschriften vor mehr als 20 Jahren, die ich unter großem Druck der bank und meiner Eltern gemacht habe, haben mein gesamtes Leben seitdem negativ beeinflußt.

    Naja, und seit Mai haben wir von der Bank trotz zweimaliger Erinnerung/Aufforderung nichts mehr gehört oder gelesen.

    LG
    Miez

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