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Thema: Finanzamt, Gläubigervergleich, Quote

  1. #1
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    Standard Finanzamt, Gläubigervergleich, Quote

    Hallo,
    Ich unterstütze momentan eine Bekannte bei der Lösung ihrer Schuldenprobleme.
    Momentan wollen wir versuchen, einen außergerichtlichen Vergleich durchzuführen.
    Hat jemand Erfahrungen, ob auch das Finanzamt mit sich handeln lässt?
    Es geht um Einkommenssteuerschulden von ca. 5000 Euro.
    Welche Quote würdet ihr dem Finanzamt anbieten?

    Danke für Eure Antworten, falls dieses Thema schon mal behandelt wurde, bin ich auch für den Link hierzu dankbar, über die Suchfunktion habe ich nichts passendes gefunden.

    Gruß

  2. #2
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    Das FA lässt sich nicht darauf ein, da es das nicht darf. Höchstens bei den Säumnisszuschlagen lassen sie mit sich reden.
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    Vergöttert

  3. #3
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    Zitat Zitat von joshua64 Beitrag anzeigen
    Das FA lässt sich nicht darauf ein, da es das nicht darf. Höchstens bei den Säumnisszuschlagen lassen sie mit sich reden.
    Es gibt eine Ausnahmeregelung im Rahmen eines formalen außergerichtlichen Einigungsversuchs zur Vermeidung eines Insolvenzverfahrens. Voraussetzung ist, dass alle Steuererklärungen vollständig abgegeben wurden, alle weiteren Gläubiger angegeben werden und mit der gleichen Quote einverstanden sind etc. Verhandlungen müssten dann über eine anerkannte Schuldnerberatung versucht werden.

  4. #4
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    Danke für die Antwort; wir haben am Mittwoch einen Beratungstermin beim Anwalt, ich werde ihn darauf ansprechen

  5. #5
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    Ich muss hierzu auch noch weitere Fragen stellen:

    Ich habe das Regelrentenalter erreicht (1.8.17). Jetzt kommen viele Gläubiger aus dem "Untergrund", wahrscheinlich weil sie erkannt haben, dass man in Rente geht. Ich habe in der Vergangenheit im Rahmen (bzw. auch noch aktuell) meiner Möglichkeiten (auch mit Hilfe dritter) an den Gerichtsvollzieher diverse Forderungen in Raten bezahlt. Jetzt ist es aber so, dass ich meine Grenzen erreicht habe. Mehr kann ich nicht mehr zahlen.
    Größter Gläubiger ist das Finanzamt (> 100.000 EUR), dass aber schon seit mehr als 10 Jahren Ruhe bewahrt. Es gibt aber bereits eine Aussage des Finanzamtes, dass sie sich einer Quote anschliesst, wenn dies die "anderen" auch machen.

    Wie gehe ich jetzt vor. Aktuell soll ich wieder einmal eine Vermögensauskunft abgeben, was von meiner Sicht aus keinen Sinn mehr macht. Schon alleine die Aufstellung der Forderung des Finanzamtes sollte schon allen klar machen, dass kein Vermögen vorhanden ist.

    Ich habe bereits mit einem Rechtsanwalt gesprochen, der versuchen soll, einen Vergleich anzubieten. Aber was kann ich jetzt bieten ? Nicht mehr als vorher, da die Rente nicht zu hoch ist und ich zwar das Glück habe, dass ich weiterarbeiten kann (auch weiterarbeiten will), aber nicht mehr Vollzeit.

    Zur Vermögensauskunft: Muss ich die abgeben, wenn jetzt versucht wird, über einen Rechtsanwalt diesen Vergleich anzustossen ? Was kann ich dem GV vorlegen ? Macht es dann überhaupt noch Sinn, die Raten weiter zu bezahlen ?

    Oben habe ich gelesen, dass die Gläubiger meinen könnten, dass sich der Schuldner ja einen teuren RA leisten kann, also kann er auch zahlen. Das sehe ich nicht so. Wenn ich ohne einen RA versuche, diesen Vergleich zu schliessen, werde ich doch nur ausgelacht. So werden die Schulden von "offizieller" Seite dargestellt. Und so teuer kann dies eigentlich nicht sein.

  6. #6
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    @ ************MEALSO

    Warum wendest Du dich nicht an eine anerkannte caritative Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle?
    1. kostet das meist kein Geld,
    2. sind die fachlich zum Thema Schuldnerregulierung in der Regel besser informiert als die meisten Anwälte,
    3. beschränkt sich dort die Beratung nicht nur auf Rechtsberatung sondern bezieht deine persönliche Situation mit ein, um eine Lösung zu finden, die für dich passt und sinnvoll ist.

  7. #7
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    Kurzes Update, Die Sache zieht sich zeitlich ziemlich hin. Der Anwalt hat die Quote den Gläubigern gegenüber mehrmals erhöht. Bei 60% stimmt das Inkassobüro jetzt einem Vergleich zu.
    Aber das Finanzamt will leider noch immer nicht. Daher habe ich selbst dort angerufen, der Mitarbeiter hat mir, da ich keine Vollmacht habe, nur die freundliche, aber allgemeine Antwort gegeben,
    dass nach Zahlung der Steuerschuld ein Antrag auf Erlass bzw. Teilerlass der Säumniszuschläge gestellt werden kann.
    Üblich seien, das 50% der Säumniszuschläge erlassen würden. Somit würde das Finanzamt ca 75% seiner Gesamtforderung erhalten.
    Hat hierzu jemand Erfahrungen?

    Mir ist schon klar, dass ein Insolvenzverfahren letztendlich "billiger" wäre, als der Vergleich, aber meine Ex-Freundin will das Verfahren möglichst schnell abschließen,
    und mir lieber langfristig den höheren Betrag zurück bezahlen.

  8. #8
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    So, es ist endlich geschafft.
    Nach einigen Telefonaten und Schriftwechseln hat das Finanzamt auf 50% der Säumniszuschläge verzichtet.
    Der Antrag hierfür konnte aber erst nach Begleichung der Steuerschuld gestellt werden. Die Antwort kam erstaunlich schnell innerhalb 1 Woche.
    Insgesamt waren die Mitarbeiter des Finanzamtes sehr freundlich und haben mich als Laien in solchen Angelegenheiten zuvorkommend und kompetent unterstützt.

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