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Thema: Finanzamt verzögert das Verfahrensende?

  1. #1
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    Frage Finanzamt verzögert das Verfahrensende?

    Hallihallo!

    Ich bin ja jetzt auch schon eine Weile im laufenden Insolvenzverfahren und wundere mich so langsam, warum da immer noch kein Ende in Sicht ist. Eröffnung war September 2015, bereits in seinem ersten Bericht wollte der IV im „Frühjahr 2016“ das Verfahren abschließen, mittlerweile haben wir Mitte 2017.

    Ich habe kein ganzes Dutzend Gläubiger, ziemlich sicher keine vergessen, meine Selbstständigkeit war bereits wenige Tage nach Eröffnung freigegeben und ich zahle jeden Monat ordentlich auf das Anderkonto ein (näher an 1000 als an 500).

    Mein IV meinte vor einer Weile, das Finanzamt (ein Hauptgläubiger) sei die letzte Hürde zum Verfahrensende. Kann mir jemand sagen, in wiefern das FA für eine Verlängerung des Verfahrens sorgen kann? Hat das mit dem Vorrang als Massegläubiger zu tun? Ich würde mich über "sachdienliche Hinweise" in Form von Antworten und/oder Paragraphen sehr freuen!

    Danke schonmal!

    kahe

  2. #2
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    Ich schubs mal, weil mich das auch interessiert. Also die Fragen zum Ende des Beitrags.

  3. #3
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    Danke ;-)
    Ich hab mittlerweile irgendwo gelesen, dass das Finanzamt gerne Neu- und Nachberechnungen verlangt und damit für Verzögerungen sorgt.
    Mich interessiert das hauptsächlich, weil ich evtl. auf drei Jahre verkürzen kann. Nur halt nicht, wenn das Verfahren schon 30-36 Monate in Anspruch nimmt...

  4. #4
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    Zitat Zitat von kahe Beitrag anzeigen
    Eröffnung war September 2015, bereits in seinem ersten Bericht wollte der IV im „Frühjahr 2016“ das Verfahren abschließen, mittlerweile haben wir Mitte 2017.
    September 2015 bis Frühjahr 2016 wären ja gerade einmal ca. 6 Monate. Ein so schnelles Verfahren habe ich hier noch nie erlebt.

    Gründe für eine Verzögerung können sein:
    - Klärungsbedarf zur angemeldeten Forderung
    - Klärungsbedarf zur Insolvenzmasse.

    Denkbar, dass z.B. Steuererklärungen noch nicht abschließend bearbeitet sind, die benötigt werden, um die Forderungshöhe des Finanzamts (oder ggf. sogar eine Erstattung?) abschließend feststellen zu können.

    Denkbar auch, dass der Insolvenzverwalter Anfechtungsansprüche gegen das Finanzamt geltend gemacht hat (z.B. Bei Ratenzahlungen oder Zwangsvollstreckungsmaßnahmen vor der Insolvenzeröffnung).

    Von außen kann man das nicht beurteilen. Einfach mal beim IV anfragen oder bei Gericht Akteneinsicht in seinen letzten Zwischenbericht nehmen.

  5. #5
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    Hi,
    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    September 2015 bis Frühjahr 2016 wären ja gerade einmal ca. 6 Monate. Ein so schnelles Verfahren habe ich hier noch nie erlebt.
    ich schon: 5,7 Monate bei einem einfachen Fall mit ALG II-Bezug, aber auch mal 78,9 Monate nach RSB wegen Immobilienstreitigkeiten.
    Durchschnittlich sind es z.Z. 1½ Jahre.

    Gruß
    Ingo

  6. #6
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    Danke Olaf, für Dein Feedback!

    Doch, da stand wörtlich (hab's fotografiert): "...rechne damit, das Verfahren Anfang 2016 zum Abschluss bringen zu können".

    Die fraglichen Steuererklärungen für die Zeiträume vor der Insolvenz bzw. vor der Freigabe sind alle gemacht, offen ist nur noch seit März diesen Jahres die EK 2016 nach Freigabe. Da kam letzten Freitag der Bescheid, allerdings ohne Berücksichtigung meiner freiwilligen Vorauszahlungen, also wird der nochmal storniert und neu berechnet. :O Aber ja, der IV hatte tatsächlich die Schätzungen des FA erstmal bestritten. (Glücklicherweise).
    Ich möchte mich gar nicht über meinen IV beschweren, der ist soweit ich das einschätzen kann absolut fair und ich bemühe mich ihm so gut wie möglich zuzuarbeiten. Das hat bisher gut funktioniert. Nur möchte ich ihm halt auch nicht an den Karren fahren, wenn ich ihn frage, warum das so lang dauert.

    Ich werde dann diese Woche mal im Gericht anrufen, ob es einen neuen Bericht gibt, den ich mir ansehen könnte. Und ansonsten eben weiter warten

  7. #7
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    Btw. an die Praktiker: Warum bekommen die Insolvenzschuldner eigentlich die Berichte nicht zugeschickt und nur zur Einsicht im Gericht?

  8. #8
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    Zitat Zitat von kahe Beitrag anzeigen
    Nur möchte ich ihm halt auch nicht an den Karren fahren, wenn ich ihn frage, warum das so lang dauert.
    Naja, eine höfliche Nachfrage im Verwalterbüro zur Einschätzung der weiteren Verfahrensdauer ist ja etwas anderes als "an den Karren fahren". Und solange man nicht alle zwei Tage nachfragt, dürfte da auch keiner genervt sein.

    @Inti
    5,7 Monate? Wow, halte ich für rekordverdächtig. Da ich darüber leider keine Statistik führe, kann ich nicht unterbieten...

  9. #9
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    Zitat Zitat von kahe Beitrag anzeigen
    Btw. an die Praktiker: Warum bekommen die Insolvenzschuldner eigentlich die Berichte nicht zugeschickt und nur zur Einsicht im Gericht?
    Einige Verwalter schicken zu, die meisten meiner Beobachtung nach leider nicht.

    Gründe? Ganz einfach:
    - ist gesetzlich nicht vorgeschrieben
    - kostet Zeit und Geld
    - verursacht ggf. Nachfragen von Schuldnern, die sich die Berichte bei Gericht nicht anschauen würden -> wieder Zeit und Geld und (platt gesagt) Fragen von Schuldnern beantworten ist nicht Aufgabe der Verwalter

  10. #10
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    @Olaf K.

    Da hast Du wohl recht, ich bin mit Nachfragen eher übervorsichtig. Werde das aber ein paar Wochen nach dem endgültigen Bescheid 2016 mal tun.
    Zum Bericht: Das macht komplett Sinn. Und "mein" Rechtspfleger beim Insogericht ist ja auch ganz nett.

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