Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 34

Thema: Regelinsolvenz - habe noch einige Fragen - Bitte um Hilfe

  1. #1
    Registriert seit
    30.08.2017
    Beiträge
    16

    Standard Regelinsolvenz - habe noch einige Fragen - Bitte um Hilfe

    Hallo Ihr Lieben!

    Viele Jahre lang habe ich (männl. , 56 Jahre alt) hohe Schulden mit mir rumgeschleppt und habe resigniert!
    Jetzt packt mich plötzlich doch der Lebenswille wieder und ich möchte einen Schlußstrich unter meine Vergangenheit ziehen!
    Ich kann jetzt endlich einen Arbeitsplatz bekommen und möchte in die Insolvenz gehen!
    Ich muß in die Regelinsolvenz, da ich a.) mehr als 19 Gläubiger habe und b.) die Schulden überwiegend aus meiner Selbstständigkeit (die im Jahre 2000 endete) stammen.

    Angedacht ist, daß ich das Verfahren alleine, sprich ohne (kostenpflichtige) Unterstützung durchziehe!
    Selbstverständlich versuche ich eine Restschuldbefreiung zu bekommen.
    Meine Schulden belaufen sich auf etwa 240.000 €!

    Habe mich auch schon etwas eingelesen, allerdings noch nicht alle Fragen klären können.
    Deshalb hoffe ich auf Unterstützung durch dieses Forum.

    Zu meinen Fragen:
    1.) Ist eine Forderungsaufstellung aller meiner Gläubiger nötig?
    Muß ich diese anschreiben um eine aktuelle Forderungsaufstellung zu bekommen, oder reicht es, wenn ich dem Gericht alle (mir bekannten) Gläubiger mit ungefähren Forderungen mitteile?

    2.) Muss man in die Liste der Gläubiger auch diese eintragen, die für eine RSB nicht in Frage kommen?
    z,B. das Finanzamt (101.000€), Bußgelder etc.

    3.) Wenn man wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, gibt es auf die Steuerschulden keine RSB!
    Wird dann die RSB im Ganzen versagt, oder nur für die Steuerschuld?

    4.) Ich wurde im Jahr 2001 wegen Steuerhinterziehung nach §370 verurteilt, die hinterzogene Steuer war für das Jahr 1998 und lag bei etwa 17000 DM (damals)
    Die fällt ja nicht in die RSB.
    Insgesamt hat das Finanzamt jedoch Forderungen in Höhe von 101.000 (DM/€) an mich. Das sind Forderungen aus
    insgesamt 3 Geschäftsjahren (1998,1999 und 2000)!
    Für die Forderungen, die über denen liegen, für die ich verurteilt wurde, wurde ich [b]nicht verurteilt[b]. Es gab gar kein Gerichtsverfahren deswegen (also wegen den Steuerschulden aus 1999 und 2000)!
    Könnte es sein, daß diese Beträge dann doch von der RSB erfasst würden?

    5.) Wen gebe ich als Gläubiger bei Gericht an? Den Rechtsanwalt, oder das Inkassobüro, von dem die letzten Mahnungen und Vollstreckungen kommen? Oder den eigentlichen Gläubiger?

    6.) Ich habe noch ein uraltes Schmerzensgeld zu zahlen! Das fällt natürlich nicht unter die RSB. Was ist jedoch mit den Zinsen, Rechtsanwalts- und Beitreibungskosten darauf? Sind die von der RSB erfasst? Ich habe auf die ursprüngliche Hauptforderung von 2000 DM auch schon 500 DM abgezahlt, jedoch liegt der Forderungsbetrag wegen o.G. Kosten bei derzeit etwa 4800€.

    7.) Meine Frau ist als Reinigungskraft Vollzeit berufstätig.
    Ich kann jetzt eine Vollzeitarbeitsstelle zum Mindestlohn annehmen!
    Muß ich das Einkommen meiner Frau im Antrag angeben? Muß Sie für die Verfahrenskosten aufkommen, wenn ich eine Stundung beantrage? Wird Sie als unterhaltsberechtigte Person anerkannt, obwohl sie selber Geld verdient? Darf ich sie überhaupt als unterhaltsberechtigt angeben? Kann ich Miete usw. als Kosten angeben, obwohl sie derzeit von meiner Frau gezahlt wird?
    Ich war zum Zeitpunkt als ich die Schulden angehäuft habe noch nicht mit meiner Frau zusammen! Sie hat also mit meinen Schulden gar nichts zu tun!


    8.) Nochmal zur Vergewisserung über den Ablauf des Verfahrens nach meinem derzeitigen Verständnis:
    Ich richte ein P-Konto ein (derzeit habe ich gar kein eigenes Konto),
    ich stelle einen Antrag auf Regelinsolvenz beim zuständigen Amtsgericht (welches Formular verwende ich dafür? das für Verbraucherinsolvenz?),
    dem füge ich eine Liste meiner Gläubiger mit den ungefähren Forderungen bei,
    ich stelle gleichzeitig einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten,
    ich stelle gleichzeitig einen Antrag auf Restschuldbefreiung,
    ich beantrage einen Pfändungs- und Vollstreckungsschutz
    Ist das soweit richtig und vollständig?


    Entschuldigt bitte, dass ich euch mit dieser Masse an Fragen überfalle, aber ich weiß nicht, wo ich sonst Rat finden könnte!
    Vielen Dank im Voraus!

  2. #2
    Registriert seit
    01.01.1970
    Beiträge
    1.147

    Standard

    denke Punkt 1 ist schon für dich selbst unerlässlich.

    Das Gericht begnügt sich doch nicht mit Beträgen wie ca. 550,00 E und es waren dann doch 800,00 E, das würdest du auch nicht tun, oder?

    Da die anderen User auch tätig sein möchten, lass ich die Fragen für die qualifizierten User !!!! samt mir, ....

    Hast schon P.-Konto?

  3. #3
    Registriert seit
    01.01.1970
    Beiträge
    1.147

    Standard

    bin auch 56 Jahre alt, jung, aber fast fertig mit allem, es war eine lange Reise durch die Schuldenmafia. Aber lustig wars auch, wenns auch hier nicht akzeptiert wird, wenns mal lustig ist bei Finanzen

  4. #4
    Registriert seit
    03.04.2009
    Beiträge
    4.054

    Standard

    Das Gericht begnügt sich doch nicht mit Beträgen wie ca. 550,00 E
    Doch, das tut es. Für den Insolvenzantrag ist die Vorlage eine detaillierten Forderungsaufstellung NICHT notwendig.

  5. #5
    Registriert seit
    30.08.2017
    Beiträge
    16

    Standard

    Zitat Zitat von Glück Beitrag anzeigen
    denke Punkt 1 ist schon für dich selbst unerlässlich.
    ~snip
    Hast schon P.-Konto?
    Danke für deine Antwort.
    Ich begnüge mich auch mit Antworten auf einzelne Punkte - Hauptsache ich bringe Licht ins Dunkel
    Ich dachte, bei Regelinsolvenz ist eine genaue Aufstellung der Forderungen nicht nötig.
    Ich möchte ja auch keine schlafenden Hunde wecken, bevor es in die Insolvenz geht.
    Lohnpfändung o.ä. riskieren .....

    Habe noch kein P-Konto. Ist aber das nächste, was gemacht wird!


    ...

    So so ... Lustig, also.
    Ich finde das Ganze absolut nicht lustig :-(

  6. #6
    Registriert seit
    30.08.2017
    Beiträge
    16

    Standard

    Ah, ja.
    Vielen Dank FinLaure!
    Da lag ich doch richtig.
    Ich habe auch ziemlich den Überblick verloren. Aber jetzt muss was unternommen werden!

  7. #7
    Registriert seit
    03.04.2009
    Beiträge
    4.054

    Standard

    Wenn Du die Summen bei einem Gläubiger nicht kennst oder Dir nicht sicher bist, ob Du dem Gläubiger überhaupt noch was schuldest, gib ihn halt mit 1 Euro an. Der IV schreibt eh alle Gläubiger an und spätestens ihm müssen sie dann ihre Forderungsaufstellung zukommen lassen.

  8. #8
    Registriert seit
    01.01.1970
    Beiträge
    1.147

    Standard

    Zitat Zitat von FinLaure Beitrag anzeigen
    Doch, das tut es. Für den Insolvenzantrag ist die Vorlage eine detaillierten Forderungsaufstellung NICHT notwendig.
    oh so sorry, da lag dann falsch, Erfahrungen in In Solvenz hab eben keine, naja zum Glück, danke der Information hierzu.

  9. #9
    Registriert seit
    20.07.2017
    Beiträge
    352

    Standard

    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    1.) Ist eine Forderungsaufstellung aller meiner Gläubiger nötig?
    Muß ich diese anschreiben um eine aktuelle Forderungsaufstellung zu bekommen, oder reicht es, wenn ich dem Gericht alle (mir bekannten) Gläubiger mit ungefähren Forderungen mitteile?
    Du brauchst Gläubiger, u.U. den Prozessbevollmächtigten, das Aktenzeichen der Forderung, einen Forderungsrund und eine einigermaßen aktuelle Summe. Eine aktuelle Aufstellung jedes Gläbigers ist nicht nötig und auch oft garnicht möglich da viele Gläubiger(vertreter) sich garnicht auf Kommando melden (obwohl sies müssten).
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    2.) Muss man in die Liste der Gläubiger auch diese eintragen, die für eine RSB nicht in Frage kommen?
    z,B. das Finanzamt (101.000€), Bußgelder etc.
    Ja, alles rein. Bei der FA Forderung schreibst Du als Grund am besten auch nicht sowas wie "Steuerhinterziehung", sondern einfach was unverfängliches wie "Steuerschulden".
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    3.) Wenn man wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, gibt es auf die Steuerschulden keine RSB!
    Wird dann die RSB im Ganzen versagt, oder nur für die Steuerschuld?
    Erstmal muss der Gläubiger seine Forderung entsprechend anmelden. Ob er das wirklich tut weiß der Himmel. Wenn er damit durchkommt gilt die RSB nicht für die betreffende Forderung.
    Unter Umständen kann es aber Probleme mit der Kostenstundung geben wenn eine derart hohe ausgenommene Forderung dabei ist.
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    4.) Ich wurde im Jahr 2001 wegen Steuerhinterziehung nach §370 verurteilt, die hinterzogene Steuer war für das Jahr 1998 und lag bei etwa 17000 DM (damals)
    Die fällt ja nicht in die RSB.
    Insgesamt hat das Finanzamt jedoch Forderungen in Höhe von 101.000 (DM/€) an mich. Das sind Forderungen aus
    insgesamt 3 Geschäftsjahren (1998,1999 und 2000)!
    Für die Forderungen, die über denen liegen, für die ich verurteilt wurde, wurde ich [b]nicht verurteilt[b]. Es gab gar kein Gerichtsverfahren deswegen (also wegen den Steuerschulden aus 1999 und 2000)!
    Könnte es sein, daß diese Beträge dann doch von der RSB erfasst würden?
    Das würde ich erstmal so sehen - also das nur die 17000 Mack aus der Verurteilung eine 302er ist. Es kommt aber auch im Ernstfall darauf an wie das FA argumentiert bzgl. Deiner anderen Rückstände. Du müsstest halt im Ernstfall genau gucken welchen Teil der Forderung sie als ausgnommen anmelden (wenn sies denn überhaupt machen) und im Ernstfall in den Widerspruch gehen.
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    5.) Wen gebe ich als Gläubiger bei Gericht an? Den Rechtsanwalt, oder das Inkassobüro, von dem die letzten Mahnungen und Vollstreckungen kommen? Oder den eigentlichen Gläubiger?
    Wenn es noch einen Ursprungsgläubiger gibt muss der rein UND die beitreibende Inkassobude als Bevollmächtigter. Es gibt aber auch Forderungen die komplett auf Inkassobuden übergegangen sind und der Ursprungsgläubiger keine Rolle mehr spielt. Im Zweifel solltest Du das recherchieren.
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    6.) Ich habe noch ein uraltes Schmerzensgeld zu zahlen! Das fällt natürlich nicht unter die RSB. Was ist jedoch mit den Zinsen, Rechtsanwalts- und Beitreibungskosten darauf? Sind die von der RSB erfasst? Ich habe auf die ursprüngliche Hauptforderung von 2000 DM auch schon 500 DM abgezahlt, jedoch liegt der Forderungsbetrag wegen o.G. Kosten bei derzeit etwa 4800€.
    Siehe FA. Der Gläubiger muss es erstmal auf diese Weise anmelden und dann schaust Du auf welche Weise er dies tut und entscheidest Du ob und in welchem Umfang Du in den Widerspruch gehen möchtest.
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    7.) Meine Frau ist als Reinigungskraft Vollzeit berufstätig.
    Ich kann jetzt eine Vollzeitarbeitsstelle zum Mindestlohn annehmen!
    Muß ich das Einkommen meiner Frau im Antrag angeben? Muß Sie für die Verfahrenskosten aufkommen, wenn ich eine Stundung beantrage?
    Ja und ja. Für die Verfahrenskosten sind auch unterhaltspflichtige Personen heranzuziehen.
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    Wird Sie als unterhaltsberechtigte Person anerkannt, obwohl sie selber Geld verdient?
    Kommt drauf an wie viel sie verdient. Wahrscheinlich aber eher nicht.
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    Darf ich sie überhaupt als unterhaltsberechtigt angeben? Kann ich Miete usw. als Kosten angeben, obwohl sie derzeit von meiner Frau gezahlt wird?
    Ja und ja.
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    Ich war zum Zeitpunkt als ich die Schulden angehäuft habe noch nicht mit meiner Frau zusammen! Sie hat also mit meinen Schulden gar nichts zu tun!
    Ich habe kürzlich mal ein Urteil gelesen in dem stand, dass in Einzelfällen in denen die Beziehung ganz zweifelsfrei zeitlich von den Schulden getrennt werden können die Verpflichtung der unterhaltspflichtigen Person bzgl. der Verfahrenskosten entfällt. Das ist aber nicht ganz einfach durchzusetzen.
    Zitat Zitat von Struwwelpeter Beitrag anzeigen
    (welches Formular verwende ich dafür? das für Verbraucherinsolvenz?),
    Nein, den hier:

    https://www.justiz.nrw.de/BS/formula...che_Person.pdf

    Auch den Fummel:

    https://www.justiz.nrw.de/BS/formula...enstundung.pdf

    und den hier:

    https://www.justiz.nrw.de/BS/formula...enstundung.pdf
    Geändert von Caffery (30.08.2017 um 16:41 Uhr)

  10. #10
    Registriert seit
    20.07.2017
    Beiträge
    352

    Standard

    Ach, nur ums mal gesagt zu haben (und um den Spam hier kompletter zu gestalten):

    Du hast da einiges an Gedönse, welches es ratsam macht die ganze Veranstaltung nicht in Eigenregie zu beantragen. Wenn Du ehrlich bist reichen Deine Kenntnisse nicht einmal annährend dafür aus um den Antrag einigermaßen kommod in die Welt zu setzen. Wie willst Du dann ohne versierten Beistand auf 302er Anmeldungen bei so komplexen Geschichten und ähnliches reagieren?

    Die Chance, dass die Veranstaltung ne Luftnummer wird wenn Du das ohne Unterstützung machst ist schon nicht ganz gering. Am Ende haste vielleicht ne RSB und immernoch über 100 Mille aufm Deckel - dafür hast Du Dir aber das Geld für einen Anwalt gespart. Auch nicht optimal...

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •