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Thema: P-Konto Detailfragen bitte

  1. #1
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    Standard P-Konto Detailfragen bitte

    Hallo Zusammen!

    Eigentlich sind meine Fragen fast schon Grundsatzfragen - ich habe den Sticky dazu gelesen und dennoch verstehe ich immer noch nicht genau wie das ganze wirklich funktioniert.

    - Kann man das sogar in Wikipedia erwähnte "Monatsanfangsproblem" nicht rel. gut damit umgehen, dass man den Arbeitgeber (sofern er mitspielt...) bittet nicht zum Monatsende sondern frühestens ab 2ten zu zahlen?

    - Wenn man einen Freibetrag (Zahlen alle vereinfacht bitte) von 1.500 hat und am 1ten sind 1.550 auf dem Konto dann gehen nach meinem Verständnis 50 € an den Gläubiger.

    - Ist dann auch richtig, dass wenn man am 15.5. zwar 3.000 € Guthaben hat aber am 1.6. "nur" noch 1.500 dann bekommt der Gläubiger nichts?

    - Wenn man - so wie ich - ein sehr sparsamer Mensch ist, darf man eine Art Sparkonto/S-Cash (also kein Girokonto) haben um z.B. jeden Monat 50-100 € dort zu speichern für Notfälle oder wird dieses Konto - wie auch immer - eben keinerlei Gläubigerschutz genießen können?

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    - Kann man das sogar in Wikipedia erwähnte "Monatsanfangsproblem" nicht rel. gut damit umgehen, dass man den Arbeitgeber (sofern er mitspielt...) bittet nicht zum Monatsende sondern frühestens ab 2ten zu zahlen?
    Bedingt ja. Zumindest das "Monatsanfangsproblem" was meines Wissens ursprünglich mit dem Wort gemeint - mittlerweile aber weitestgehend aus der Welt sein sollte. https://openjur.de/u/754192.html
    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    - Wenn man einen Freibetrag (Zahlen alle vereinfacht bitte) von 1.500 hat und am 1ten sind 1.550 auf dem Konto dann gehen nach meinem Verständnis 50 € an den Gläubiger.
    Nicht unbedingt. Zunächst würden die 50 Euro gesperrt werden. Obs dann wirklich ausgekehrt wird kommt darauf an wie der Folgemonat aussieht.
    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    - Ist dann auch richtig, dass wenn man am 15.5. zwar 3.000 € Guthaben hat aber am 1.6. "nur" noch 1.500 dann bekommt der Gläubiger nichts?
    1500 würden dann gesperrt werden. Dann kommts wieder darauf an wie der Folgemonat aussieht.
    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    - Wenn man - so wie ich - ein sehr sparsamer Mensch ist, darf man eine Art Sparkonto/S-Cash (also kein Girokonto) haben um z.B. jeden Monat 50-100 € dort zu speichern für Notfälle oder wird dieses Konto - wie auch immer - eben keinerlei Gläubigerschutz genießen können?
    Nein, sowas wäre überhaupt nicht vor Pfändungen zu schützen und im Pfändungsfalle in jedem Fall weg.

  3. #3
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    Lieben Dank Caffery!

    Ich bleibe mal bei meinen Beispielen und zur Vermeidung von Missverständnissen eine Rückfrage:
    Am 1.5. würden also die 50 € "gesperrt" - am 1.6. weitere 1.500 €...
    Gesperrt heißt für mich: ich kann nicht darüber verfügen?
    Oder meinst Du damit sinngemäß: Man sollte und kann dies genau (oder auch mehr?) verbrauchen (sofern die Pfändung ungerecht ist und man nicht gewillt diese zu bedienen/reduzieren vorausgesetzt)

    ---
    - Was erfährt überhaupt der Gläubiger durch Pfändung und durch das P-Konto?
    - Genauen Stand? Nur zum 1ten?
    - Genaue Zahlungen in Höhe und an wen und Texte?
    - Erfährt der GV mehr als der Gläubiger (aber darf/muss nicht alles weitergeben?)?
    - Wie kommt der GV bzw. Gläubiger an ggf. vorh. weitere Konten wie Sparkonten, Kreditkartenkonten (ohne Guthaben)?

  4. #4
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    Hi,
    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    - Wenn man einen Freibetrag (Zahlen alle vereinfacht bitte) von 1.500 hat und am 1ten sind 1.550 auf dem Konto dann gehen nach meinem Verständnis 50 € an den Gläubiger.

    - Ist dann auch richtig, dass wenn man am 15.5. zwar 3.000 € Guthaben hat aber am 1.6. "nur" noch 1.500 dann bekommt der Gläubiger nichts?
    das kann so pauschal garnicht beantwortet werden.

    Du solltest zwei einfache Regeln kennen:
    1. Du kannst in einem Monat über Guthaben bis zum Freibetrag verfügen.
    2. Eingänge, über die nicht bis zum Endde des Folgemonats verfügt werden, sind an den Gläubiger auszukehren.

    Wenn also in Deinem ersten Beispiel die 1.550 € im Vormonat eingingen, können 50 € nicht verfügt werden und werden nach dem Monatsende ausgekehrt. Gingen sie am 1. ein, würden die 50 € nur gesperrt und stünden im Folgemonat wieder zur Verfügung.
    Gleiches muss bei Deinem zweiten Beispiel berücksichtigt werden.

    Gruß
    Ingo

  5. #5
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    Das P-Konto schützt einfach monatlich einen gewissen Betrag von deinem Geld. Sofern du über dem Freibetrag liegst wird dieses Geld höchstens ein mal in den Folgemonat übertragen.

    Kurzes Beispiel mit deinen "gerundeten" Zahlen:
    01.04. 0 Euro
    02.04. +1500 Euro über die du voll verfügen kannst. Alles was dann im Monat 04 kommt würde zunächst gesperrt werden und in den Folgemonat übertragen werden.
    03.04. +50 Euro - Gesperrt, da du über deinen Freibetrag liegst.
    01.05. die 50 Euro werden wieder freigegeben, du kannst wieder über diese verfügen
    02.05. +1500 Euro - davon werden wieder 50 Euro gesperrt, da du im Monat Mai insgesamt über 1550 Euro verfügen KÖNNTEST - jedoch nicht darfst - sondern nur über 1500 Euro.
    29.05. +1500 Euro - werden komplett gesperrt, da du im Mai bereits über 1500 Euro verfügen konntest.
    01.06. werden wieder 1500 Euro - nämlich die ersten 50 Euro vom 02.05. und 1450 Euro vom 29.05. freigegeben (first in - first out prinzip) - damit kannst du im Juni wieder über 1500 Euro verfügen. Die anderen 50 Euro werden wieder gesperrt und für den nächsten Monat übertragen.

    und so geht es immer weiter, bis der den Freibetrag übersteigenden Betrag auch im Folgemonat nicht freigegeben wird - dann wird dieses ausgekehrt an den Gläubiger.
    Als Beispiel spinne ich mal weiter:
    02.06. + 1500 Euro - komplett gesperrt, da du schon über 1500 Euro verfügen konntest. Davon werden 1450 Euro für den nächsten Monat aufgehoben + die restlichen 50 Euro vom 29.05.
    29.06. + 1500 Euro - komplett gesperrt (Chef hat zu früh überwiesen, Betrag wurde noch im Juni verbucht)
    01.07. werden 1500 Euro freigegeben - jedoch jetzt zuerst die restlichen 50 Euro vom 29.05. und dann 1450 Euro vom Geldeingang 02.06. freigegeben. Die 1500 Euro vom 29.06. würden am 01.08. an die Gläubiger ausgekehrt werden, da sie nicht mehr in den Folgemonat übertragen werden können (sie wurden bereits aus Juni in den Juli übernommen).


    Bitte korrigiert mich, wenn ich was falsches erzähle oder mich irgendwo verrechnet habe :-)

  6. #6
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    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    Gesperrt heißt für mich: ich kann nicht darüber verfügen?
    Genau
    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    Oder meinst Du damit sinngemäß: Man sollte und kann dies genau (oder auch mehr?) verbrauchen (sofern die Pfändung ungerecht ist und man nicht gewillt diese zu bedienen/reduzieren vorausgesetzt)
    Nein

    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    - Was erfährt überhaupt der Gläubiger durch Pfändung und durch das P-Konto?
    Da er auch zusätzlich Kontoauszüge "pfänden" kann praktisch alles.
    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    - Erfährt der GV mehr als der Gläubiger (aber darf/muss nicht alles weitergeben?)?
    Die Frage verstehe ich nicht. Das Vollstreckungsgericht erlässt (nach Prüfung) auf Antrag des Gläubigers einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss für das betreffende Konto. Von Seiten des Gerichts erfolgt das Konto/die Konten betreffend keinerlei inhaltliche Recherche.
    Zitat Zitat von meineHerren Beitrag anzeigen
    - Wie kommt der GV bzw. Gläubiger an ggf. vorh. weitere Konten wie Sparkonten, Kreditkartenkonten (ohne Guthaben)?
    Etwa durch eine Vermögensauskunft, durch entsprechende Überweisungen vom gepfändeten Konto, dadurch dass er bei einem PfÜB an die kontoführende Bank einfach alle vorhandenen Konten mitpfändet, durch Anfragen bei Auskunfteien.

  7. #7
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    meineHerren!

    Erst einmal mein Dank an Ingo, antidus82 und erneut Caffery. Eure Mühe und Schnelligkeit mag Euch KarmaPunkte zuteil werden lassen.

    Ich muss und möchte das erstmal sacken lassen - bevor ich Euch sicher weiter nerven werde

    Gibt es denn irgendwo einen wirklich anschaulichen(!) und nahezu vollständigen Link(oder Broschüre) die alles dazu erklährt?

  8. #8
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    Gesetztestext
    Die Parlamentarier haben den Text doch damals verstanden.

  9. #9
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    Hallo,

    ich habe eine Frage zum P-Konto:

    mein Vater führt ein P-Konto, wo monatlich Rente eingeht, nun ist es gepfändet worden und demnächst geht dort Geld ein welches für mich bestimmt ist.
    Meine Tante überweist hin und wieder mal etwas für mich, nun wird es kommende Woche eingehen, im Verwendungszweck steht auch das es für mich bestimmt ist, bzw. ich kann nachweisen das es zu 99,99% für mich bestimmt ist.

    Mein Vater hat ihr von der Privatinsolvenz erzählt, so dass sie mir eine Rate für den Anwalt schenkt.



    Wie wird das geregelt, wird das Geld an den Gläubiger gezahlt oder kann er darüber verfügen?

    Viele Grü

  10. #10
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    Du hast kein eigenes Konto?
    Wenn dem so ist, dann werden spätestens beim angestrebten Insolvenzverfahren weitere Schwierigkeiten auf Dich zukommen.

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