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Thema: Anrechnung Kind in Ausbildung in WVP

  1. #1
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    Standard Anrechnung Kind in Ausbildung in WVP

    Hallo,

    wir sind nu seit knappen 2 Jahren in der WVP.
    Im September beginnt eines unserer Kinder eine Lehre.
    Wir haben zwei Kinder.
    Beide Elternteile arbeiten voll. Bei jedem werden drei Unterhaltsberechtigte berücksichtigt.
    Ein Elternteil liegt unterhalb der Pfändungsfreigrenze, der andere darüber was auch abgeführt wird.

    Wie wirkt sich das nun auf uns aus, wenn unser Kind verdient?
    Unser Kind bleibt weiterhin bei uns wohnen und muß nichts abgeben.

    Liebe Grüße

  2. #2
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    Standard

    Das ist schwer vorherzusagen, weil es auf mehrere Umstände ankommt:
    - Die Höhe der jeweiligen Einkünfte (insbes. des Kindes, aber ggf. auch der Eltern)
    - Die Bereitschaft des Treuhänders, deswegen bei Gericht einen Antrag auf (teilweise) Nichtberücksichtigung dieser Unterhaltspflicht zu stellen
    - Die mehr oder weniger strenge Auslegung des Insolvenzgerichts bei so einem Antrag.

    Vorstellbar ist, dass das Gericht entscheidet, dass das Kind nur noch zur Hälfte als unterhaltsberechtigt zu berücksichtigen ist, weil es einen nennenswerten Teil der Lebenshaltungskosten aus dem eigenen Einkommen bestreiten kann.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Passiva Beitrag anzeigen
    Hallo,

    wir sind nu seit knappen 2 Jahren in der WVP.
    Im September beginnt eines unserer Kinder eine Lehre.
    Wir haben zwei Kinder.
    Beide Elternteile arbeiten voll. Bei jedem werden drei Unterhaltsberechtigte berücksichtigt.
    Ein Elternteil liegt unterhalb der Pfändungsfreigrenze, der andere darüber was auch abgeführt wird.

    Wie wirkt sich das nun auf uns aus, wenn unser Kind verdient?
    Unser Kind bleibt weiterhin bei uns wohnen und muß nichts abgeben.

    Liebe Grüße
    Bei 3 unterhaltsberechtigten Personen liegt der unpfändbare Betrag über 2.000,00 € und wenn beide voll arbeiten ist es schon ungewöhnlich, dass der Treuhänder keinen Antrag auf Nichtberücksichtigung des jeweils anderen Ehegatten gestellt hat. Außerdem hätte er beantragen können, dass die Kinder jeweils nur teilweise als unterhaltsberechtigt berücksichtigt werden, je nach Höhe der jeweiligen Einkommen.

    Das bedeutet für mich, dass der TH entweder nicht viel Ahnung hat oder sehr großzügig ist.

    Wenn Du ihm jetzt mitteilst, dass ein Kind eine Ausbildung beginnt, könnte das so weiter gehen und nichts passiert oder er könnte verschiedene Anträge stellen. Z.B. dass der jeweils andere Ehegatte nicht (mehr) als unterhaltsberechtigte Person zu berücksichtigen ist, weil er ausreichend hohes Einkommen hat.

    Je nach Höhe des Einkommens des Kindes könnte er beantragen, dass dieses Kind ganz oder teilweise unberücksichtigt bleibt, weil es ebenfalls ausreichendes Einkommen hat.

    Außerdem könnte er beantragen, dass das andere Kind bei beiden Ehegatten nur noch teilweise als unterhaltsberechtigte Person zu berücksichtigen ist, weil der Naturalunterhalt des jeweils anderen Elternteils pfändungsrechtlich als Einkommen anzusehen ist.

    Es ist also alles und nichts möglich. Entscheiden muss letztendlich das Insolvenzgericht über mögliche Anträge des Treuhänders.

  4. #4
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    Vielen Dank für die Antworten.
    Müssen wir selbständig den Insolvenzverwalter darüber informieren oder erst auf Anfrage des IV (das Alter der Kinder kennt er ja)?

    Liebe Grüße

  5. #5
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    Zitat Zitat von Passiva Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die Antworten.
    Müssen wir selbständig den Insolvenzverwalter darüber informieren oder erst auf Anfrage des IV (das Alter der Kinder kennt er ja)?

    Liebe Grüße
    Meiner Meinung nach sind es Bringschulden, also Du must es dem Verwalter mitteilen.

  6. #6
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    WVP!!! § 295 InsO!!!

    Die Veränderungen müssen dem Treuhänder und dem Insolvenzgericht mitgeteilt werden und dies zügig.

  7. #7
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    Zitat Zitat von INTI Beitrag anzeigen
    Die Veränderungen müssen dem Treuhänder und dem Insolvenzgericht mitgeteilt werden und dies zügig.
    BGH sieht das aber anders, keine Mitteilungspflicht: BGH IX ZB 249/08 vom 22.10.2009

  8. #8
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    Zitat Zitat von jodel Beitrag anzeigen
    BGH sieht das aber anders, keine Mitteilungspflicht: BGH IX ZB 249/08 vom 22.10.2009
    Ich persönlich halte nichts davon, seine Mitwirkung auf das kleinstmögliche Mindestmaß zu begrenzen.
    Das Insolvenzverfahren berücksichtigt sowohl Gläubiger- als auch Schuldnerinteressen. Der redliche Schuldner erhält Restschuldbefreiung. Für mich gehört zur "Redlichkeit", dass man Änderungen der persönlichen Verhältnisse, die Auswirkungen auf die pfändbaren Beträge haben könnten, auch kurzfristig mitteilt.
    Ich möchte niemanden der Gefahr eines RSB-Versagensantrags aussetzen - den Stress sollte man sich wirklich sparen!

  9. #9
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    Alles klar. Wir werden es dem IV mitteilen. Er hat uns bisher großzügig behandelt. Haben ihn noch nicht einmal persönlich
    zu Gesicht bekommen. Haben ja zum Glück noch ein paar Monate Zeit.

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