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Thema: VA ohne Vollstreckungsversuch?

  1. #1
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    Standard VA ohne Vollstreckungsversuch?

    Hallo mal kurz eine Frage kann ein Gläubiger direkt die Abgabe der VA verlangen - ohne überhaupt einen einzigen Vollstreckungsversuch oder auch nur eine einzige Mahnung ausgesprochen zu haben?

  2. #2
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    Warum sollte er es nicht dürfen?
    Die VA legt ja offen, welche Bankkonten du hast, welche Arbeitgeber du hast etc.
    Daraufhin kann der Gläubiger ja erst erfahren welche Möglichkeiten der Vollstreckung ihm offenstehen.
    Weiterhin muss natürlich bevor die VA angefordert werden kann zumindest ein Titel erwirkt worden sein. Da ist es eh schon zu spät für Mahnungen.

    Oft ist es aber tatsächlich andersherum, da der Gläubiger oft zumindest ein Bankkonto bereits kennt.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Hallo mal kurz eine Frage kann ein Gläubiger direkt die Abgabe der VA verlangen - ohne überhaupt einen einzigen Vollstreckungsversuch oder auch nur eine einzige Mahnung ausgesprochen zu haben?
    Interessant, welche Fragestellungen sich doch immer wieder ergeben.

    Nein, der GV muß nicht erst zwingend bei dir vorbeischauen um einen (fruchtlosen) Vollstreckungsversuch zu unternehmen, um dir dann die VA abnehmen zu können. Ich glaube auch, dass es 99% aller Schuldner ganz recht wäre, wenn er von einem Besuch vor Ort (Vollstreckungsversuch) absieht. Daher finde ich deine Frage interessant.

    Wenn du mit Mahnung eine Vollstreckungsankündigung für die Vollstreckung eines Titels/Urteils meinst, nein, ist nicht erforderlich.

  4. #4
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    Zitat Zitat von tidus82 Beitrag anzeigen
    Weiterhin muss natürlich bevor die VA angefordert werden kann zumindest ein Titel erwirkt worden sein. Da ist es eh schon zu spät für Mahnungen.
    Ich erlebe das jetzt zum wiederholten Male das Gläubiger mit aller Macht vollstrecken (inkl. VA und Eintragung ins Schuldenregister) obwohl noch kein abschliessendes Urteil vorliegt.

    Insgesamt mussten die Gläubiger bereits drei Mal nach dem endgültigen Urteil Schadensersatz bezahlen und die Eintragungen löschen lassen. Aktuell warte ich auf die Verkündung aus einem Urteil (in der mündlichen Verhandlung wurde die Klage des Gläubigers abgewiesen) um gepfändete 3800€ zurück zu bekommen. Der Anwalt des Gläubigers meint jedoch erst mit Urteilsverkündung handeln zu müssen - die Schadensersatzforderungen ignoriert er im Moment ohnehin.

    Auch hier war eine VA ein paar Tage vor dem Prozess gefordert worden - ich habe die VA nicht abgegeben da der Richter bereits im Verfahren geäussert das er mir folgen wird.

    Aktuell soll die VA 5 Tage vor dem Prozess abgegeben werden - was für ein Quatsch - so werden nur Kosten produziert - die man dem Mandanten auch ersparen könnte.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Ich erlebe das jetzt zum wiederholten Male das Gläubiger mit aller Macht vollstrecken (inkl. VA und Eintragung ins Schuldenregister) obwohl noch kein abschliessendes Urteil vorliegt.
    Naja, aber zumindest eine vollstreckbare Ausfertigung eines Urteils bzw. ein (eigentlich) unanfechtbarer Vollstreckungsbescheid müßte ja dann doch vorliegen? Ich kann mir nicht vorstellen, daß es auch nur einen GV oder Vollstreckungsstelle gibt, die ohne versucht zu vollstrecken. Oder das ein Gericht einen Pfändungsbeschluss erlassen würde?

  6. #6
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    Zitat Zitat von mucel Beitrag anzeigen
    Naja, aber zumindest eine vollstreckbare Ausfertigung eines Urteils bzw. ein (eigentlich) unanfechtbarer Vollstreckungsbescheid müßte ja dann doch vorliegen? Ich kann mir nicht vorstellen, daß es auch nur einen GV oder Vollstreckungsstelle gibt, die ohne versucht zu vollstrecken. Oder das ein Gericht einen Pfändungsbeschluss erlassen würde?
    Es liegt/lag ein Säumnisurteil vor, daraus kann man das ganze Program der Vollstreckungsmassnahmen durchziehen - man haftet aber für Schäden die dem Schuldner entstehen sollte dieser am Ende recht bekommen. An der Rechtmässigkeit der Massnahmen zweifel ich gar nicht - nur an der Sinnhaftigkeit.

    In einem Fall hat der Gläubiger Pfändung und VA veranlasst obwohl der Richter im Termin schon sagte das er nicht daran glaubt das dieser obsiegen wird. Mir war über ein Jahr lang das Konto gepfändet, eine VA wurde angefordert obwohl das Geld gepfändet auf dem Kto lag (auf Grund einer vorrangigen Pfändung aus einem weiteren Prozess die auf Grund einer geleisteten Sicherheit nicht ausgekehrt werden durfte). Als der erste Prozess dann erledigt war und die Pfändung aufgehoben wurde - wurde 3 Tage vor der mündlichen Verhandlung an den Gläubiger ausgekehrt).

    Jetzt habe ich also eine Forderung in Höhe von 3800€ zzgl. Zinsen für ca. 16 Monate gegenüber dem Kläger.

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