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Thema: Berechnung fiktives Einkommen

  1. #1
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    Standard Berechnung fiktives Einkommen

    Hallo

    Bin noch 2 Jahre in der Wohlverhaltensphase. War bisher Arbeitslos und habe mich nun selbstständig gemacht.
    Wenn ich alles richtig verstanden habe muss ich ja ab jetzt dem Insolvenzverwalter den Betrag zahlen den ich bei einer Festeinstellung in meinem Beruf auch zahlen würde.

    Wie berechne ich nun das fiktive Einkommen das ich als Arbeitsnehmer erzielen würde ?

    Bin gelernter Maler und Lackierer, aber seit über 2 Jahren Arbeitslos, also nicht in dem Beruf gearbeitet. Dadurch würde ich laut Tarifvertrag nur den Mindestlohn (13,10€) bei einer Festeinstellung erhalten.
    Die Jährliche Arbeitszeit als Arbeitnehmer bei 40std./Woche wäre:

    5Tage x 52Wochen - 10Feiertage - 28Urlaubstage = 222 Arbeitstage im Jahr / 12 Monate = 18,5 Tage im Monat x 8 Stunden = durchschnittlich 148 Stunden im Monat x 13,10€ =1938,80€ Brutto

    Das wären dann Netto ca. 1337,-€


    Wenn ich dem Insolvenzverwalter 137,34 € (laut Pfändungstabelle) bezahle, ist das dann ausreichend ?

  2. #2
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    Wieso ziehst Du den Urlaub ab, der wird ja bezahlt? Lohnrechtlich wird bei Vollbeschäftigung mit 173,3 Stunden im Monat gerechnet. Macht also 2.270,23 Euro brutto. Dürften Netto ca. 1532 Euro sein. Da komme ich auf einen abzuführenden Betrag von 277,34 Euro, wenn Du keine Unterhaltspflicht hast.

  3. #3
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    Ahhhhh, hast recht. Ich trottel :-)

    Habe das mal nachgerechnet und komme aufgerundet auf 173,6 Std. (52x5=260:12=ca. 21,7x 8std.=173,6)

    Habe dann bei nettolohn.de die Daten eingegeben also 173,6x13,10= 2274,16

    und der spuckt mir Netto 1507,60 aus. Müsste dann ja 256,34 monatlich bezahlen wenn das so richtig ist.

  4. #4
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    Hi,
    Zitat Zitat von vossy2104 Beitrag anzeigen
    Habe das mal nachgerechnet und komme aufgerundet auf 173,6 Std. (52x5=260:12=ca. 21,7x 8std.=173,6)
    da man näherungsweise mit 13/3 rechnet, ergeben sich exakt 173,33 Stunden, von denen Du ausgehen solltest.

    Ganz genau berechnet beträgt der exakte Wochenfaktor jedoch 4,348125, was dann 173,925 Stunden ergeben würde.

    Gruß
    Ingo

  5. #5
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    Das mit der berechnung hat soweit geklappt und mein Insolvenzverwlter ist mit der berechnung soweit auch zufrieden und hätte es nach eigenen angaben auch nicht andes gemacht.

    Unterschiedlicher Meinung sind wir aber in den Zahlungsabständen.

    Im Dezember habe ich für die Monate seit Gewerbeanmeldung bis zum Jahresende alles gezahlt. Keine Probleme mit dem IV.

    Ich bin mir sicher das ich vor ein paar Monaten irgendwo ein Urteil gelesen habe das sogar eine jährliche Zahlung ausreichend wäre und man den errechneten Betrag nicht zwingend monatlich überweisen muss.
    In meinem Beruf verdient man nun mal in den Sommermonaten mehr als im Winter.


    Mein Insolvenzverwalter meint aber nun das ich verpflichtet wäre monatlich diese Zahlung zu leisten.
    Hat er damit Recht oder kann ich das selber entscheiden und dann bezahlen wenn ich in einem Monat mal nen größeren Betrag erwirtschafte ?

    Kann mir dazu vieleicht noch jemand was sagen oder einen Link mit einem aktuellen Urteil senden ?

  6. #6
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    Zitat Zitat von vossy2104 Beitrag anzeigen
    Kann mir dazu vieleicht noch jemand was sagen oder einen Link mit einem aktuellen Urteil senden ?
    Das aktuelle maßgebliche Urteil dürfte dies sein:
    BGH, Beschluss vom 19.07.2012 - IX ZB 188/09

  7. #7
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    Danke.

    Wenn ich das richtig verstehe, habe ich recht und wäre es sogar ausreichend jedes Jahr im Dezember für das ganze Jahr zu zahlen ?

  8. #8
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    Zitat Zitat von vossy2104 Beitrag anzeigen
    Wenn ich das richtig verstehe, habe ich recht und wäre es sogar ausreichend jedes Jahr im Dezember für das ganze Jahr zu zahlen ?
    Ich hab das Urteil nicht nochmal in allen Einzelheiten durchgelesen, beim Überfliegen hab ich es jedenfalls so verstanden, dass monatliche Zahlungen nicht notwendig sind.

    Strategisch würde ich dir folgendes empfehlen:
    - wenn möglich monatliche Zahlungen
    - in guten Monaten Rücklagen bilden
    - in schlechten Monaten die Zahlungen aus den Rücklagen weiterlaufen lassen.
    - falls kein Geld da ist: den Verwalter freundlich auf das o.g. Urteil aufmerksam machen und die fehlenden Beträge so bald wie möglich nachzahlen

    Grundsätzlich auf jährliche Zahlungen umzustellen, halte ich für zu gefährlich.

    Notfallstrategie: Wenn es dauerhaft ganz miserabel läuft und keine ausreichende Gewinne erzielt werde: Ernsthafte Bemühungen um eine abhängige Beschäftigung aufnehmen, als ob man arbeitslos wäre.

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