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Thema: Jobkündigung und Umzug ins Ausland nach Eröffnung der Privatinsolvenz möglich?

  1. #1
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    Standard Jobkündigung und Umzug ins Ausland nach Eröffnung der Privatinsolvenz möglich?

    Hallo, ich habe ca. 52000 € Schulden (durch Privatkredite, Kreditkarten, Dispo) bei 9 Gläubigern. Ich befinde mich in einer Vollzeitbeschäftigung und mein Gehalt liegt über der Pfändungsgrenze. Ein P-Konto habe ich bereits, worauf mein Gehalt fließt. Diesen Monat hatte ich auch meinen ersten Termin bei der Schuldnerberatung bzgl. einer Privatinsolvenz. Die Zahlungen an die Gläubiger habe ich bereits eingestellt. Eine Gehalts- oder Kontopfändung liegt aktuell noch nicht vor. Meine Unterlagen können von der Schuldnerberatung erst ab ca. Ende Januar bearbeitet werden. Wie lange dauert es von da ab ca. bis zur Eröffnung der Privatinsolvenz? Eine außergerichtliche Einigung wird scheitern, da wir nur meinen pfändbaren Betrag anbieten können, was ja sowieso gepfändet wird, da ich nach Eröffnung der Insolvenz zu meinem Partner ins Ausland (außerhalb der EU) ziehen möchte. Somit müsste ich dann meinen Job kündigen und wäre dann quasi arbeitslos. Im Ausland müsste ich mich erst nach einem Job umschauen. Da dort aber andere Verdienstverhältnisse sind, werde ich dort mit Sicherheit unter der Pfändungsgrenze verdienen und kann defintiv nichts an die Gläubiger abgeben. Meine Schuldnerberatung war sich nicht zu 100% sicher, ob dagegen jemand etwas sagen kann. Habt ihr Erfahrungen damit?

  2. #2
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    Das ist eine ziemlich doofe Situation, denn es wird niemand 100% sicher sagen können ob ein Gläubiger einen Versagensantrag stellen wird.
    Es gibt während der Insolvenz die Obliegenheit eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuführen und keine zumutbare Tätigkeit abzulehnen. Inwiefern es eine "Ablehnung" einer zumutbaren Tätigkeit darstellt, wenn du deinen aktuellen Job kündigst, der auch noch pfändbare Erträge für die Masse "erwirtschaftet" kann ich dir nicht sagen. Vielleicht ist der Grund des Umzuges ausreichend, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es hier einen Versagensantrag geben würde.
    Den Umzug selbst kann dir allerdings niemand verbieten.

    Was du ggf. machen könntest ist, dass du dich nach Eröffnung mit dem Insolvenzverwalter besprichst und die aktuell pfändbaren Beträge später, während des Verfahrens und der Wohlverhaltensphase aus deinem Unpfändbaren in die Masse zahlst - damit wäre kein Gläubiger "benachteiligt" und es gäbe in dieser Hinsicht keine Grundlage für einen Versagensantrag. Aber wahrscheinlich weiß hier ein Profi noch etwas mehr

  3. #3
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    Danke schon mal für deine Antwort. Dann hoffe ich mal, dass das Ganze gut ausgeht, denn ein Umzug ist für mich unabdingbar. Eine freiwillige Zahlung aus dem unpfändbaren Einkommen wäre, wenn ich im Ausland lebe leider nicht möglich, da ich dort erfahrungsgemäß nur soviel verdienen werde, damit ich dort normal leben kann, ohne große Sprünge machen zu können. :/

  4. #4
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    Wenn durch die Kündigung die Gläubiger hinterher schlechter dastehen, ist das ein Verstoß gegen die Obliegenheiten und kann auf Gläubigerantrag zur Versagung der RSB führen. Es müssten schon wirklich zwingende Gründe für den Umzug vorliegen. Einfach nur "ich will zu meinem Partner ziehen" wird da nicht reichen.

  5. #5
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    In welches nicht EU Land ziehst du ? Es gibt vielleicht die Möglichkeit das dort eine Insolvenz durchgeführt wird und dann hier anerkannt wird.
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  6. #6
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    Nach Thailand.. habe noch nichts über eine Insolvenz dort gelesen. 😅

  7. #7
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    Aber nach dem Gesetz, dass man eine freie Wohnortwahl hat, kann mir ein Umzug ja nicht versagt werden. Da ich dann im Ausland der Erwerbsobliegenheitspflicht nachkomme, um mich um einen Job zu bemühungen und Bewerbungen schreibe, welche ich nachweisen kann und dem Treuhänder immer auf dem aktuellen Stand halte, kann mir dann wirklich die Restschuldbefreiung versagt werden?

  8. #8
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    Der Umzug wird ja auch nicht versagt. Die Frage ist doch, ob ob die RSB versagt werden kann. Und die kann versagt werden, wenn die Erwerbsobliegnheit mit Füßen getreten wird und die Gläubiger darunter leiden. Wenn aus Jux und Tollerei der Wohnort so gewechselt wird, dass am neuen Wohnort weniger zu verdienen ist und dann auch weniger verdient wird, ist das schon ein Versagungsgrund. Das ist dann nur wieder geradezubiegen, wenn wenn dem Ehepartner oder was sonnst so durch Art 6 GG geschützt wird, nachgereist wird, weil man dazu verpflichtet ist, mit ihm zu leben. Warum soll es in der Insolvenz wichtiger sein, dem Partner hinterherzureisen als seine Schulden zu bezahlen?
    Da hilft nur heiraten und Kinder bekommen - mE lohnt sich dieser Weg nicht.

    Aber Grüße nach Thailand - habe dort drei Jahre gearbeitet und gelebt.

    Eröffnung des Verfahrens: Meist 6 Monate bei der Schuldnerberatung ab Versand des ersten Schreibens und dann 2 Monate bis der Antrag auf Insovenzeröffnung bei AG Beschieden wird. Geht manchmal schneller, manchmal länger.

  9. #9
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    Ergänzen würde ich noch, dass ich dringend zu einem Verfahrensbevollmächtigten raten würde der "hier bleibt" damit ein solches Verfahren überhaupt irgendeine Chance hat zu einem sinnvollen Ende zu gelangen.

    Natürlich kann man sich die Frage nach dem grundsätzlichen Sinn der Veranstaltung aber ohnehin stellen. Ich würde auch mal vermuten, dass das Risiko auf einen Versagungsantrag bei der Geschichte relativ hoch ist.

  10. #10
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    Ja das verstehe ich schon. Würde ja gerne mehr verdienen, aber wenn du schon in Thailand gelebt und gearbeitet weißt du ja sicher, dass die Verdienste nicht so hoch sind. Außer man kommt aus der Hotelbranche, um leichter eine Arbeit zu finden, ist mehrsprachig oder hat ein Top Studium absolviert. Ich bin "nur" gelernte Kauffrau im Einzelhandel und bin Assistant Manager. Also mehr als 750€ bis 1000€ Verdienst werde ich nicht bekommen. Möchten auch heiraten, aber der Dokumentenkram braucht auch seine Zeit..
    Die Schuldnerberatung meinte, dass es wohl ca. 4 Wochen dauert bis die außergerichtliche Einigung bei mir durch ist und dann nochmals ca. 2 Monate bis zur Eröffnung. Wollte eigentlich ab Anfang Juni schon nach Thailand. :/ Ist echt eine blöde Situation.

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