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Thema: Viele Schulden: Was erwartet mich nach einer Klageanerkennung mit ALG2?

  1. #1
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    Standard Viele Schulden: Was erwartet mich nach einer Klageanerkennung mit ALG2?

    Hallo,
    ich habe letzte Woche eine Klage erhalten vom Amtsgericht. Nach langer Recherche habe ich mich dazu entschlossen, die Klageforderung anzuerkennen, aus Kostengründen.
    Man bekommt dann doch einen Beschluss mit einer Summe, die man an den Kläger zahlen muss. Da ich ALG2-Empfängerin bin und sehr viele Schulden abzahle, insgesamt 100 Euro monatlich, müsste ich mich mit der Klägerin in Verbindung setzen, und um einen Zahlungsaufschub bitten.
    Wie mache ich das am Besten? Es geht nicht darum, nicht zu zahlen, sondern darum später zu zahlen und nicht gleich in eine Zwangsvollstreckung zu rutschen, die noch mehr kostet.
    Oder ist eine Zwangsvollstreckung und dann später ein Eid (ich weiß gerade nicht, wie das heißt), dass ich kein Geld habe, beim Gerichtsvollzieher, sinnvoll?

    Entschuldige, wenn das vielleicht naiv rüberkommt, aber ich versuche da richtig zu handeln.

    Vielen Dank.

  2. #2
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    Ich begrüße Dich!

    ... und würde zunächst gerne mit einem Strauß Rückfragen antworten

    War es ein Mahnbescheid oder eine Klageschrift? Wann ist er/sie zugestellt worden? (Datum auf dem Umschlag) Worum geht es denn bei der Forderung?

    Was für Schulden zahlst Du denn genau aus Deinem ALG2 Bezug so ab?

    Hast Du mal darüber nachgedacht einen Termin bei eine karitativen Schuldnerberatungsstelle zu machen?

  3. #3
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    Hallo,
    es war erst ein Mahnbescheid, dem habe ich ganz widersprochen, weil ich dachte, zu der Zeit die Hauptforderung, mit Raten abgezahlt zu haben. Dieser Mahnbescheid wurde eine Klage. Es waren zwei Forderungen von dem Unternehmen, und es war für mich nicht ersichtlich zu der Zeit, wie die Ratenzahlungen verrechnet wurden. Nennen es wir Forderungsunternehmen, ich möchte dazu nicht mehr schreiben. In der Klage wird mir nun vorgeworfen, ich hätte keine Verrechnungsbestimmungen getätigt, es wurde in den Verwendungszweck die Aktenzeichen von mir eingetragen. Der Mahnbescheid kam, als ich noch in Ratenzahlung stand.

    Ich werde die Klage wahrscheinlich verlieren und möchte nur Kosten sparen. Ich zahle monatlich Sozialleistungen, Krankenkasse, Provider, Staatsanwaltschaft und Kaution ab. Bei einer karitativen Schuldnerberatungsstelle war ich schon.

    Kannst mir meine Frage beantworten, wie ich mich nach dem Beschluss am Besten an die Klägerin wende und um Zahlungsaufschub bzw. Stundung bitte?

    Vielen Dank.

  4. #4
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    Zitat Zitat von weltfremd Beitrag anzeigen
    Kannst mir meine Frage beantworten, wie ich mich nach dem Beschluss am Besten an die Klägerin wende und um Zahlungsaufschub bzw. Stundung bitte?
    Ich persönlich würde überhaupt nicht um Stundung bitten. Wozu soll das gut sein? Du lebst vom Existenzminimum. Stunden heißt ja in dem Fall nur: Bitte nicht pfänden! Beim pfänden passiert aber nichts. Von daher würde ich das eher so formulieren:

    "Guten Tag!

    Ich lebe von SGB II Leistungen und daher vom wirtschaftlichen Existenzminimum. Vermögen ist keines verhanden. Zahlungen kann ich daher leider keine leisten. Zwangsvollstreckungsmaßnahmen bleiben Ihnen zwar grundsätzlich unbenommen, werden aber fruchtlos verlaufen und sind mit Verweis auf die Schadensminedrungspflicht nicht erstattungsfähig. Sollte sich meine wirtschaftliche Situation ändern werde ich ungefragt auf Sie zukommen.

    Herzliche Grüße!"

    SGB II Bescheid in Kopie (Kontonummer etc. schwärzen) in den Anhang und fertig
    Geändert von Caffery (02.02.2018 um 21:52 Uhr)

  5. #5
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    Ah Ok, das wäre ja super einfach. (Muss lachen). Das geht auch bei einem Beschluss von einer Klage? Ok, das wusste ich nicht.
    Deswegen habe ich gefragt. Vielen vielen Dank.

  6. #6
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    Aber Kontio vorsichtshalber in ein P-Konto umwandeln. Dann sind monatlich 1.133 Euro
    vor Pfändungen geschützt. P-Konto kostet nichts extra, Dein Konto wird nur mit diesem
    Merkmal versehen.


  7. #7
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    Zitat Zitat von weltfremd Beitrag anzeigen
    Ah Ok, das wäre ja super einfach. (Muss lachen). Das geht auch bei einem Beschluss von einer Klage?
    Naja, was heißt "das geht"? Es steht halt eine Zahlungspflicht gegen eine Unpfändbarkeit. Die dürfen fordern - Du kannst nichts zahlen.
    Eine Kontopfändung würde für den Fall, dass das Konto ein P-Konto ist (kann auch nachträglich umgewandelt werden sollte eine Pfändung kommen) nicht dazu führen das Geld fließt, was Du denen ja mit dem SGB II Bescheid quasi bewiesen hast. Der Gesetzgeber hängt also die Sicherung Deiner Existenz höher als Deine Zahlungspflicht.

    Das "Schlimmste" was Dir im Prinzip passieren kann wäre eine Vermögensauskunft. So wirklich schlimm ist das aber auch nicht.

    Solltest Du meinen Brief so abschicken - erwarte nicht, dass die Dir dann keine Drohbriefe mehr schreiben oder da gar positiv drauf reagieren. Es geht nur darum, dass Du nachweislich die Situation darlegst um Wind aus den Segeln zu nehmen. "Stundungen" sind im SGB II Bezug m.E. unnötig - außerdem sind sie verjährungshemmend.

    Darf ich fragen was bei Deinem Gespräch mit der Schuldnerberatung so besprochen wurde?
    Geändert von Caffery (03.02.2018 um 08:17 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von weltfremd Beitrag anzeigen
    ich dachte, zu der Zeit die Hauptforderung, mit Raten abgezahlt zu haben. Dieser Mahnbescheid wurde eine Klage. Es waren zwei Forderungen von dem Unternehmen, und es war für mich nicht ersichtlich zu der Zeit, wie die Ratenzahlungen verrechnet wurden. Nennen es wir Forderungsunternehmen, ich möchte dazu nicht mehr schreiben. In der Klage wird mir nun vorgeworfen, ich hätte keine Verrechnungsbestimmungen getätigt, es wurde in den Verwendungszweck die Aktenzeichen von mir eingetragen. Der Mahnbescheid kam, als ich noch in Ratenzahlung stand.
    Ach ja, solltest Du nochmal Zahlungen an ein "Forderungsunternehmen" leisten und sowas vermeiden wollen: Bestimme doch die Verrechnung im Überweisungsbetreff. Wenn Du dort "Zahlung auf Hauptforderung" oder ähnliches reingeschrieben hättest wäre Dir dies Ungemach wahrscheinlich erspart geblieben.

  9. #9
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    Ja Hallo Caffery, vielen Dank für deine Tipps, ich werde Sie in Zukunft beherzigen. Und beherzige sie auch schon konsequent. Mit dem wohl rechtssicheren Satz:" Ohne Präjudiz und Anerkennung einer Rechtspflicht." Leider ist bei der Forderung aus dem Jahr 2013 überall noch die Meinung vertreten gewesen, so ein Clownunternehmen könnte keine Gebühren vor Gericht erstreiten. Da liegt mein Fehler, der mir nie wieder passieren wird. Das ist ja Dank der hervorragenden Lobbyarbeit ungünstig "bearbeitet" worden. Und ich bin da wirklich an die ganz große Showdame der Branche geraten. Die aus München, mit den ganz aggressiven Methoden. Ich habe die Kraft nicht, weil ich Angststörungen habe, mich auf die Straße zu kämpfen, ist zu schwer. Es ist klar und ich würde schon gut argumentieren und vielleicht gewinnen, weil diese Dame auch Fehler gemacht hat. Aber ich kann wirklich nicht. Also, "Sie siegen mal wieder".
    Aber ich verspreche, das Karma ist eine Bitch und ich lasse mir was einfallen, wie ich der Grand Dame schaden kann.

    Ein P-Konto habe ich.
    Bei der Schuldenberatung wurde über meine Schulden gesprochen, ich hatte die Gläubiger selbst angeschrieben, sie haben sich auf die Ratenzahlungen eingelassen und ich wurde gelobt, das ich das schon ganz gut mache. Ich kann da natürlich jederzeit wieder hin.

  10. #10
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    Hallo,

    ich habe ein P-Konto. LG

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