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Thema: Gerichtliches Mahnverfahren, Gläubigerverhandlung

  1. #1
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    Frage Gerichtliches Mahnverfahren, Gläubigerverhandlung

    Hallo Zusammen,

    ich hoffe ich kann wieder auf einige Anregungen vom Forum zählen...waren diese für mich bisher doch sehr hilfreich und ich konnte mein Schuldenproblem doch schon besser unter Kontrolle bringen. Danke!
    Anfang 2013 kam ich von einem Urlaub nach Deutschland zurück und wurde von meinem Mobilfunkanbieter mit einer Rechnung von 1250 € konfrontiert. Diesem habe ich widersprochen und nach langen hin und her sowie einhergehender Vertragsauflösung, einigte ich mich mit dem Mobilfunkanbieter auf eine Vergleichszahlung von 530 € im Dezember 2013. Leider bin ich damals nicht hingegangen und habe es bezahlt, aufgrund Gründe wie offener Fragen zum Vertragshandy, sowie schon damals bestehender Schuldenprobleme. Kleinere Beträge habe ich seit 2014 jedoch bezahlt.
    Mittlerweile hat das Inkassobüro das gerichtliche Mahnverfahren gestartet und will knapp 2300 €.
    Nach mehrmonatiger Arbeitslosigkeit bin ich nun zwar seit zwei Monaten wieder in Arbeit, ob dies nun aber von Dauer sein wird….durch Verwandte könnte ich nun jedoch 1500 € aufbringen, was ich in einem Vergleich angeboten habe. Das Inkassobüro will jedoch 1900 €, was ich nicht bezahlen kann.
    Zu pfänden gibt es nichts….außer vielleicht meinen Polo von 1992
    Sollte ich hier nicht besser die ursprüngliche Hauptforderung vor Gericht in Frage stellen? Kann ich das nun überhaupt noch, nachdem die Widerspruchsfrist bei Gericht eigentlich vorbei ist…..wie würdet ihr hier argumentieren?

  2. #2
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    Beim Widerspruch gegen einen Mahnbescheid muss man zunächst überhaupt nicht argumentieren - man widerspricht einfach mit dem beigefügten Formular.

    Das Gleiche gilt für einen Teilwiderspruch. Da es aber mit den gegebenen Informationen unmöglich ist Dir zu sagen ob es Forderungsbestandteile gibt denen Du widersprechen solltest kann ich da nichts zu sagen. Zumidnest das ist aber einigermaßen wahrscheinlich. Du solltest mit den Unterlagen eine Schuldnerberatung aufsuchen.

    Wenn die Widerspruchsfrist gegen den Mahnbescheid schon um ist stellt sich natürlich die Frage warum Du sie hast verstreichen lassen.

    Sollte noch ein Vollstreckungsbescheid ausstehen hast Du ebenfalls 2 Wochen Zeit Einspruch bzw. Teileinspruch gegen diesen zu erheben. Wenn Du die Frist auch verstreichen lässt ist endgültig nichts mehr zu wollen und die Forderung in der genannten Höhe ist in Stein gemeißelt.

  3. #3
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    Nun, der Mahnbescheid wurde vom Gericht in Norddeutschland am 29.12.2017 ausgestellt. Ich wohne in Süddeutschland und habe nicht widersprochen, da ich hoffte ich könnte das Problem mit den 1500 € aus der Welt schaffen. Das ist nun nicht so und die 2 Wochen Widerspruchsfrist ist ja damit vorbei. Vor Gericht kommen dann ja auch wieder einige Kosten auf mich zu und ohne RA geht das ja dann auch nicht. Das letzte was ich will ist der Gerichtsvollzieher auf Haus Besuch. Zu pfänden gibt es nichts....aber im Dorf wie hier...kommt das doch schon ziemlich.....

  4. #4
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    Zitat Zitat von ThomasS Beitrag anzeigen
    Nun, der Mahnbescheid wurde vom Gericht in Norddeutschland am 29.12.2017 ausgestellt. Ich wohne in Süddeutschland und habe nicht widersprochen, da ich hoffte ich könnte das Problem mit den 1500 € aus der Welt schaffen. Das ist nun nicht so und die 2 Wochen Widerspruchsfrist ist ja damit vorbei.
    Maßgeblich für die Frist ist die Zustellung. Das Datum steht auf dem hässlichen gelben Umschlag.
    Es gibt keinen Moment der ungeeigneter ist für Vergleichsverhandlungen als der in dem der Mahnbescheid zugestellt wird. Zudem merken die an der Art des Anschreibens sofort ob jemand Ahnung hat oder nicht.
    Zitat Zitat von ThomasS Beitrag anzeigen
    Vor Gericht kommen dann ja auch wieder einige Kosten auf mich zu und ohne RA geht das ja dann auch nicht.
    Geh zu einer Beratungsstelle. Es geht ja darum, dass Du im automatischen gerichtlichen Mahnverfahren die Gelegenheit bekommst den Teilen der Forderung zu widersprechen die NICHT gerichtlich durchsetzbar sind. Wenn das mit professioneller Hilfe gemacht wird kommt es zu keiner Klage oder ähnlichem.
    ... und ich behaupte mal, dass bei nahezu allen Mahnbescheiden die von Inkassobüros in die Welt gesetzt werden Posten enthalten sind denen es sich lohnt zu widersprechen. Wenn Du aber die Fristen verpennst oder sie dazu nutzt um denen Briefe zu schreiben haben die "gewonnen".
    Zitat Zitat von ThomasS Beitrag anzeigen
    Das letzte was ich will ist der Gerichtsvollzieher auf Haus Besuch. Zu pfänden gibt es nichts....aber im Dorf wie hier...kommt das doch schon ziemlich.....
    Das ist aber ein schlechtes Argument für Vergleichsversuche. Geh doch mal zu einer Beratungsstelle! (hatte ichs eigentlich schon erwähnt?

  5. #5
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    Zitat Zitat von Caffery Beitrag anzeigen
    Zudem merken die an der Art des Anschreibens sofort ob jemand Ahnung hat oder nicht.
    wie meinst Du dies ? Ne Ahnung, habe ich nicht all zu viel :-(

  6. #6
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    Zitat Zitat von ThomasS Beitrag anzeigen
    wie meinst Du dies ? Ne Ahnung, habe ich nicht all zu viel :-(
    Ja nun - was soll ich sagen? Es soll ja böse Zungen geben die behaupten, dass "wenig Ahnung" sehr vieler Schuldner das eigentliche Kapital der Inkassobranche ist.

    Aber zum Glück gibt es ja in Deutschland flächendeckend Beratungsstellen die in aller Regel umsonst den Bürgern dabei helfen dieses Ungleichgewicht an Ahnung auszugleichen. Nur hingehen müssen die Leute allein.

  7. #7
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    Das Inkassobüro hat mir mit der Zahlung der 1900€ eine Frist bis zum 13.02.2018 gesetzt. Sollte diese verstreichen, werde das Verfahren fortgesetzt. D.h. ich kann noch widersprechen ? Wenn ich doch der Hauptforderung (Mobilfunkvertrag/Roaminggebühren) widerspreche, dann widerspreche ich doch auch den Zinsen auf diese, oder? Nicht widersprechen könnte ich dann den Mahnkosten, Inkassokosten, Gerichtskosten, kann das sein?
    Leider hatte ich keine guten Erfahrungen mit den regionalen Beratungsstellen hier. Man wollte mir hier eigentlich ständig die RSB also den Bankrott schmackhaft machen.

  8. #8
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    Bankrott ist hier das völlig falsche Wort.
    Wenn dann wurde dir die Insolvenz empfohlen und das sicher nicht ohne Grund.

    Sind die Mobilfunk-Schulden denn deine einzigen Schulden, wäre mit einer Zahlung alles erledigt? Oder schlummert da noch viel mehr?

  9. #9
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    Zitat Zitat von ThomasS Beitrag anzeigen
    Das Inkassobüro hat mir mit der Zahlung der 1900€ eine Frist bis zum 13.02.2018 gesetzt. Sollte diese verstreichen, werde das Verfahren fortgesetzt. D.h. ich kann noch widersprechen ? Wenn ich doch der Hauptforderung (Mobilfunkvertrag/Roaminggebühren) widerspreche, dann widerspreche ich doch auch den Zinsen auf diese, oder? Nicht widersprechen könnte ich dann den Mahnkosten, Inkassokosten, Gerichtskosten, kann das sein?
    Nein, das ist quasi alles nicht richtig. Wirksam widersprechen kannst Du aktuell nur den gerichtlichen Bescheiden. Es bringt nichts wenn Du diese rechtskräftig werden lässt während Du der Inkassobude Briefe schreibst.
    Zitat Zitat von ThomasS Beitrag anzeigen
    Leider hatte ich keine guten Erfahrungen mit den regionalen Beratungsstellen hier. Man wollte mir hier eigentlich ständig die RSB also den Bankrott schmackhaft machen.
    Vermutlich hatte das auch einen guten Grund. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Beratungsstelle wegen einer Forderung zu Telefongedönse zu einem Insolvenzantrag rät. Da ist vermutlich noch einiges mehr im Argen. - siehe camilas Frage.

  10. #10
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    Aber um mal "hart bei der Fragestellung zu bleiben":

    Wenn Du (warum auch immer) weder zu einer Beratungsstelle magst, noch ein Insolvenzverfahren in Erwägung ziehen möchtest und es Dir nur um diese eine Forderung geht (was ich eigentlich für Unsinn halte), würde ich wiefolgt handeln:

    Ich würde eine möglichst aktuelle Forderungsaufstellung der Inkassobude zu dem Vorgang aus meinen Unterlagen kramen und diese auf strittige Posten überprüfen. Hauptforderung richtig? Zinsen verjährt? Inkassokosten zu hoch oder gar erfunden? etc. pp. Dasselbe würde ich mit dem Mahnbescheid machen und natürlich mit dem Vollstreckungsbescheid wenn er kommt. Wenn Du letztgenannten Bescheid hast schreibst Du einen (Teil-)Einspruch gemäß der Posten die Du beanstanden möchtest an das Gericht das den Bescheid ausgestellt hat.

    Wenn Du dabei Hilfe brauchst kannst Du (etwa anhand teilgeschwärzter Scans die Du hier hochlädst) auch in Einzelfragen hier unverbindlich nach Hilfe fragen. Da das aber sehr umständlich ist würde ich lieber zu einer Beratungsstelle gehen. Du kannst den Kollegen ja sagen, dass Du ihren Rat zum Insolvenzverfahren zwar sehr schätzt aber aus *irgendwelchen* Gründen ausschließlich Fragen in Richtung der Erstattungsfähigkeit der Posten dieses einen Vorgangs hast und Hilfe bei der Formulierung eines Teileinspruchs wünschst.

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